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Matrix


  
Was ist die Realität? Wer sind wir? Und was ist die Matrix? Endzeit-Thriller, der seinerzeit neue Maßstäbe setzte. Mit Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss und Hugo Weaving.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

17.06.1999:
Matrix

*** ** ****
***** *** *
***** ***** 84%
  
Genre:

Science-Fiction / Endzeit-Thriller / Action

  

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Regie: Andy Wachowski & Larry Wachowski
  

The Matrix
Inhalt:

Thomas Anderson (Keanu Reeves) arbeitet in einem Großraumbüro bei einer angesehenen Computerfirma, die im Jahr 1999 Software entwickelt. Er ist unauffällig und erfolgreich. Nur durch seine Unpünktlichkeit fällt er immer mal wieder negativ auf. Diese läßt sich nicht vermeiden, weil Anderson ein Doppelleben führt: In der Hacker-Szene ist er bekannt als Neo, derjenige, der alles hacken kann.

Neo hat die Theorie, daß hinter allem, was er erlebt, etwas viel größeres steckt, etwas, das sein Tun und Handeln absolut beherrscht: Die Matrix. Auf der Suche nach ihr verbringt er Nacht um Nacht vor dem Computer. Als eines Tages Morpheus (Laurence Fishburne) mit ihm Kontakt aufnimmt, erfährt er die erschreckende Wahrheit: In Wirklichkeit lebt er im 23. Jahrhundert, in dem die Menschen von intelligenten Maschinen unterdrückt werden. In riesigen Farmen halten diese die Menschen zu ihrer eigenen Ernährung, während den menschlichen Gehirnen mit der Matrix ein "normales" Leben vorgegaukelt wird.

Morpheus ist der Anführer einer Gruppe von Rebellen, denen sich Neo nach seiner Befreiung anschließt. Gemeinsam mit Trinity (Carrie-Anne Moss) kämpfen sie gegen Agent Smith (Hugo Weaving), einen Agenten der Maschinen...

  

The Matrix
Trinity (Carrie-Anne Moss) und Neo (Keanu Reeves) sind undercover in der Matrix unterwegs...

Kritik:

.. by RS: "The Matrix" setzt da an, wo der Film "23" aufhört: Hier wird die Regulierung, die Steuerung von außen bereits vorausgesetzt und das ganze mit einer ziemlich verrückten Theorie aufgelöst. Mehr als einmal dreht und wendet sich der Film um sich selbst, bei dem verzweifelten Versuch, dem Zuschauer das fast Unbegreifliche zwingend zu vermitteln.

Keanu Reeves strahlt in seiner Verkörperung des Neo eine Mischung aus Selbstsicherheit und Verunsicherung aus, die die Darstellung seiner Rolle sehr glaubwürdig erscheinen läßt. Auch Hugo Weaving überzeugt in seiner Rolle als Agent Smith. Die Symbolik der Sonnenbrille hat er scheinbar verinnerlicht... Allerding fallen die restlichen Darsteller nur äußerst selten positiv auf. Besonders Laurence Fishburne und Joe Pantoliano als Cypher wirken mehrfach unbeholfen und unrealistisch.

The Matrix
Agent Smith (Hugo Weaving) wird Morpheus (Laurence Fishburne) foltern...


Die Wachowski-Brüder arbeiten bei der Matrix mit sehr aufwendigen Special-Effects, trotzdem überwiegen Action-Standards wie Ballerei und Prügelszenen gegenüber diesen Höhepunkten. Die musikalische Untermalung des Films bleibt auf weiten Teilen auf der Strecke, erst im Finale und im Abspann fällt sie positiv auf. Bei der Matrix von einem kontinuierlichen Spannungsverlauf zu sprechen, wäre derweil übertrieben. Vielmehr wird der Zuschauer durch plötzliche Ausblendungen und "Aufwach-Szenen" verwirrt. Die Düsternis der Bilder (fast ohne Farbe) wird zwar der Stimmung gerecht, ist aber auf die Dauer zuviel des Guten.

Wenn man allein die Idee des Films bewerten würde, bekäme er wohl die Höchstpunktzahl. Die Umsetzung des Sieges des Individuums über die Maschinen - super dargestellt in der Szene mit dem verbogenen Löffel - bleibt jedoch auf weiten Teilen hinter thriller-typischen Elementen wie Verhören (siehe Foto rechts mit Laurence Fishburne als Morpheus), Verfolgungsjagden und Ballerei auf der Strecke. Das man sich in einer Art Boot in der Kanalisation "der Stadt der Maschinen" befindet und dort nicht entdeckt wird, erscheint doch genauso übertrieben, wie die "zufällige" Ähnlichkeit der intelligenten Maschinen mit Insekten...

The Matrix
Die intelligenten Maschinen sehen aus wie riesige Metall-Insekten...
 
Auffallend ist außerdem der Kontrast dieser amerikanischen Produktion zu den zwei Filmen, die auf eine ganz andere Art in den letzten sechs Monaten das Thema der Steuerung des menschlichen Lebens von außen beleuchtet haben: In der Truman Show und in Pleasantville wurde mit komödiantischen Mitteln festgestellt, daß ein Mensch normalerweise nicht in der Lage ist, aus dem für ihn vorherbestimmten Weg auszubrechen. Erst eine Störung oder ein Fehler in der Planung führen zur Erkenntnis und dem daraus folgenden Zwang, die Wahrheit zu erkunden.

Was bleibt abschließend zu sagen? Die Matrix bleibt weit hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück. Trotzdem ist wohl für jeden, der dieses Thema faszinierend findet, ein Besuch dieses Films lohnenswert - schließlich kann man danach umso besser darüber diskutieren!


The Matrix
Cypher (Joe Pantoliano) im Kampf.


.. by Conway: Im Gegensatz zu meinem geschätzten Kollegen halte ich "The Matrix" für einen der wichtigsten Filme überhaupt. Ich erkenne zwar die Sichtweise von RS an und begreife sie sogar - verstehe aber auch, dass man "Matrix" anders beurteilen kann. Gerade heutzutage, wo (vor allem natürlich durch das moderne Internet) immer mehr Dinge ihre Offenbarung finden und die Menschen weltweit immer mehr begreifen, was gespielt wird (und wie, wo und warum), ist ein Rückblick auf Filme wie "23 - Nichts ist so wie es scheint" und "Matrix" durchaus passend. Ich möchte hier allerdings ausschweifend werden und mich so gut es geht auf den Film an sich konzentrieren. Jeder, der sich mit Theorien aber vor allem mit den Fakten unserer (vor allem westlichen) 'Wertegemeinschaft' befasst, wird wissen was ich meine, wenn ich sage, dass die "Matrix" im Prinzip existent ist - auf mentale, psychologische, mediale, gesundheitliche, fianzielle und (un)menschliche Art und Weise. Also kommen wir nun zum Film selbst:

Ich habe "Matrix" damals zum ersten Mal als Free-TV-Premiere gesehen und war beeindruckt! Nicht nur, dass mich die Sci-Fi-Technik (welche weiter unten auf dieser Kritikseite noch besprochen wird) umgehauen hat, auch die Story an sich hat mich wirklich aus dem Hocker gehauen. Ich erinnere mich noch, wie ich mit meiner damaligen Freundin in ihrem Kinderzimmer auf dem Sofa hockte und merkte, wie mein Gehirn zu arbeiten begann... und das tut es seither bezüglich Dingen wie Kontrolle, Idividuen, Freiheit und Menschsein ohne Unterlass. Inzwischen finde ich es ebenso beeindruckend, dass dieser Streifen, der damals vor allem technisch neue Maßstäbe setzte, am Ende nur rund 65 Mio Dollar gekostet hat. Wenn ich überlege, dass andere Filme, die bei weitem nicht so hochwertig sind (weil es das jeweilige Genre dann z.B. auch nicht nötig hat) heutzutage über 100 Mio Produktionskosten verschlingen, dann spricht das Bände. Da scheint wohl vor allem das Honorar einiger Darsteller den Ausschlag zu geben, anders kann ich mir das nicht erklären.

The Matrix
Erschossen werden? In der Matrix nicht so einfach machbar...
 
Zugegeben ist "Matrix" sehr lang gehalten, was den gesamten Umfang der Story aber eben auch entspricht. Sehr zufrieden war ich dann, dass der zweite Teil der Franchise vor allem auf die beeindruckende Matrix-Action setzte und nicht mehr so sehr auf den Inhalt, der im ersten Streifen ja eine Menge Spielraum bekam. Zudem finde ich es einfach nur passend, dass Hugo Weaving im Jahr 2006 den V-Charakter in der Comicverfilmung "V wie Vendetta" verkörperte, denn auch dort geht es im Grunde ja um Kontrolle. Ich kann jedenfalls nur jedem empfehlen - vor allem jenen Cineasten, die damals noch zu jung oder noch nicht geboren waren - sich "Matrix" anzuschauen und zu erkennen, dass die Sache mit der blauen und mit der roten Pille im sinnbildlichen Zusammenhang schon lange keine Fiction mehr ist...

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Hintergrund:
The Matrix - Tricktechnik The Matrix - Tricktechnik


Die Kampfszenen in der Matrix sind Abwandlungen des bekannten Kung-Fu's. Dabei setzten die Wachowski Brüder auf die seit Jahrzehnten angewandte Drahtseiltechnologie in Verbindung mit Bildraffung, um die Effekte herzustellen. Die Schauspieler schweben an Drahtseilen, während sie von mehreren Kameras gleichzeitig gefilmt werden. Dadurch läßt sich am Computer ein dreidimensionales Abbild der Bewegungsabläufe erzeugen, das für die Filmszene in jeder beliebigen Geschwindigkeit gezeigt werden und in jeden Hintergrund eingefügt werden kann. So kann die in der Luft schwebende Person angehalten, dann blitzschnell beschleunigt und schließlich wieder angehalten werden.

Bei den überschnellen Bewegungen wird mehrfach die Sublimations-Technik verwendet, bei der Einzelbilder für das bewußte Auge gänzlich unsichtbar bleiben und nur unterbewußt wahrgenommen werden können (Die Verwendung dieser Technik ist umstritten, weil sie theoretisch zu Manipulationen des Unterbewußtseins mißbraucht werden kann).

The Matrix - TricktechnikThe Matrix - Tricktechnik

Von den fliegenden Pistolenkugeln denen Neo ausweicht, wurden mit 120 Kameras 12.000 Bilder pro Sekunde gemacht, damit man "flying-balls" sehen und fangen kann (so die Wachowskis). Für insgesamt nur knapp 10 Minuten des Films wurden auf diese Art und Weise knapp sechs Monate Trainings-, Dreh- und Animationsarbeiten gebraucht.

PS: Ein ähnliches Thema greift übrigens der Film The Thirteenth Floor auf, der auf dem Buch "Simulation 3" basiert.

   
The Matrix
Erkenne, wer du bist... und vor allem wo.
Originaltitel: The Matrix
   
Links:
   

Dieser Film wurde bewertet von:
RS(59%),
FV(87%),
RH(90%),
Conway (95%)

Texte:
RS, Conway

The Matrix

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