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Pi - Auf der dunklen Seite der Mathematik |
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| Genre: | Science-Fiction-Thriller |
| Regie: | Darren Aronofsky |
| Inhalt / Kritik: | Manche Filme muß man nicht verstehen, man
muß sie wirken lassen, sich ihnen ausliefern. "P",
das Spielfilmdebüt des amerikanischen Regisseurs Darren Aronofsky, fordert die
Entsagung vom üblichen Weltbild und schlägt den Zuschauer in einen Bann, dessen
Ausgangspunkt die völlig fremdartige Gedankenwelt eines Besessenen ist. Expressiv, fiebrig, unruhig kreist die Kamera um den Einzelgänger Max Cohen (Sean Gullette), verfolgt ihn unaufhörlich. Die winzige Wohnung des hochbegabten Mathematikers - ein modernes Schreckenslabor - wird ausgefüllt von einem selbstgebauten Computer, so wie sein Leben dominiert wird von endlosen Berechnungen. Er sucht den universellen Zahlencode des Universums, ein alles erklärendes Muster - und je näher er diesem Ziel kommt, desto mehr verflüchtigt sich die Alltags-Welt. Cohen kontrolliert nicht mehr, seine Vision hat sich verselbständigt. Am weitesten öffnet sich der Schlund des Wahnsinns, wenn qualvolle Anfälle den abtrünnigen Wissenschaftler zusammenbrechen lassen. Unheimlich wirkungsvoll macht "P" die Schmerzen seines Protagonisten an Leib und Seele fühlbar - Musik, Geräusche und Bilder in einer traumhaften Einheit. In solchen Momenten scheint Cohen der Lösung am nächsten, bis ein alles überdeckendes weißes Licht den rasenden Wahnvorstellungen ein Ende setzt. Die Idee hinter diesem außergewöhnlichen Science-Fiction-Thriller sind nicht neu: Besessenheit von einer Zahl gab es auch in "23". Düsternis und Beklemmung scheinen direkt aus Kafkas Universum aufgestiegen. Streckenweise wähnt man sich in einer Verfilmung von Umberto Ecos "Focaultschem Pendel". Wer sich letztlich für die alles erklärende Zahl interessiert, die tatsächlich nur in Cohens Kopf existiert, ist fast nebensächlich: Mysteriöse Börsenmakler und eine Gruppe jüdischer Orthodoxer, die in der Zahl den wahren Namen Gottes sieht. "P" macht aus Mathe-Meidern keine Zahlenfetischisten, aus rational Denkenden keine Besessenen. Aber dieser großartige Film läßt erahnen, daß es, fast im Unsichtbaren, ein Leben gibt, daß von Zielen außerhalb der normalen Vorstellungskraft beherrscht wird. Der kurze Blick auf die dunkle Seite legt einen schwarzen Schleier über die Welt. Zum Glück nur für kurze Zeit, schließlich sind wir ja normal. Sind wir? |
| Links: | Filme, die inhaltlich in eine ähnliche Richtung gehen sind 23 und Matrix. |
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(c) 1999 Marc Altenburg für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.