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The Dark Knight Rises


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** **** **** ***** **** ** *** ***** 90%
 

 
Der am meist erwartete Film des Jahres startet endlich im Kino: „The Dark Knight Rises“. Erfolgsregisseur Christopher Nolan („Inception“) bringt seine bahnbrechende Batman-Trilogie zu einem furiosen Ende, und sorgt für beste Blockbusterunterhaltung - und das trotz einiger unreifer Charakterzeichnungen...

The Dark Knight Rises


Acht Jahre nach Harvey Dents Ableben: Die Straßen von Gotham City sind sicher. Jedes Jahr wird seinem Tod gedacht, der dank dem Dent-Gesetz dafür verantwortlich ist, dass die Verbrechensrate rapide gesunken ist. Dass er am Ende zu einem mordenden Psychopathen mutiert ist, wissen die Einwohner nicht. Die Legende vom weißen Ritter ist eine notwendige Lüge. Stattdessen wird der eigentliche Held Batman (Christian Bale) als Verbrecher gebrandmarkt. Commissioner Gordon (Gary Oldman) weiß es besser und es fällt ihm von Tag zu Tag schwerer dieses Märchen aufrecht zu erhalten.

Während Bruce Wayne nur noch ein Schatten seiner selbst ist, droht derweil im Untergrund eine große Bedrohung auf Gotham einzubrechen. Ein sadistischer Muskelprotz namens Bane (Tom Hardy) plant die totale Anarchie und die komplette Zerstörung der Stadt. Ausgerechnet als die Profidiebin Selina Kyle (Anne Hathaway) die Perlenkette von Bruces Mutter stiehlt, fühlt der Milliardär wieder Leben in sich. Als er durch Comissioner Gordon und den neuen idealistischen Polizisten John Blake (Joseph Gordon-Levitt) auch noch von der drohenden Gefahr Banes erfährt, über welche die beiden eher zufällig gestolpert sind, beschließt er, Batman wieder auferstehen zu lassen. Doch ahnt er nichts von Banes Überlegenheit und welche Ausmaße wirklich hinter der Bedrohung stecken.

The Dark Knight Rises
Batman (Christian Bale) is back!


...von WotsSe:
Kaum ein anderer Film wurde dieses Jahr mit so einer großen Spannung erwartet wie „The Dark Knight Rises“. Kein Wunder, setzte Christopher Nolan mit seiner Neuinterpretation des Stoffes in „Batman Begins“ und drei Jahre später in „The Dark Knight“ neue Maßstäbe. Mit seiner eigenen Idee „Inception“ schrieb er dann endgültig Filmgeschichte. Wenn man dann noch den derzeit wieder grassierenden Superhelden-Hype (siehe „Avengers“ oder „The Amazing Spiderman“) mitberücksichtigt, bedarf es keiner weiteren Erklärung, dass in den letzten Jahren jede noch so kleine Information über den Abschluss der neuen „Batman“-Saga von den Cineasten energisch aufgesogen wurde. Doch wie es mit hohen Erwartungen meistens so ist, bleibt am Ende eher die Enttäuschung zurück. Schafft es „The Dark Knight Rises“ diesem Fluch zu entkommen?

Christopher Nolan hat sich für das Ende seiner Trilogie viel vorgenommen. Die Ernsthaftigkeit und weitestgehende Nähe zur Realität, verleihen seinen nüchternen Batman-Werken einen Anspruch, dem selbst die auf ihrer Art ebenfalls überzeugenden Verfilmungen Tim Burtons nicht stand halten können. Bruce Wayne ist kein strahlender Playboy. Er ist ein tragischer Held, der ohne sein Alter Ego außer Stande ist zu leben. Bei "The Dark Knight Rises" ist dies die Essenz der Handlung, veräußerlicht in Form eines modernen Molochs: Gotham City. Und wie dies bei letzten Teilen so ist, muss nochmal eine ordentliche Schippe drauf gelegt werden. Gegen Batmans neuem Gegenspieler Bane wirkt der Joker gerade zu wie ein Amateur. Bane scheint Batman in allen Belangen überlegen zu sein. Und dann haben wir noch einen weiteren Charakter, dessen Ambivalenz schon in den Comics und Burtons „Batmans Rückkehr“ zu begeistern wusste: Catwoman. Zusammen mit dem neueingeführten Charakter John Blake bilden sie das Quartett, um das sich der Kern der Story dreht. Aber wir werden noch weitere alte Charaktere wiedertreffen: Commissioner Gordon, Alfred, Lucius Fox usw. Zu viel soll ja nicht verraten werden.

The Dark Knight Rises
Catwoman (Anne Hathaway) bei der Arbeit.

Der Film selbst erscheint wie eine wilde Achterbahnfahrt ohne Verschnaufpause und mit immer neuen Ideen. Langweilig wird es einem bei diesen 165 Minuten nicht, die gerade zu an einem vorbei rasen. Noch nie waren Batman und die Bewohner Gothams einer solchen Bedrohung ausgesetzt. Jede Menge Drama, wunderbar in Szene gesetzte Action und ein kleines (aber wirklich nur kleines) bisschen Humor. Zudem bringt die Story noch ein paar (große) Überraschungen mit sich, sodass von Vorhersehbarkeit keine Rede sein kann. Spannung ist garantiert!

Doch ist „The Dark Knight Rises“ nun das große Blockbusterkino, auf das alle gewartet haben? Ja, ohne Zweifel. Die Darsteller sind allesamt durchweg perfekt besetzt. Neben alten bekannten Gesichtern, hat Nolan gleich einen Großteil des „Inception“-Casts (u.a. Marion Cotillard) mit herangezogen. Allen voran ist natürlich Christian Bale als Bruce Wayne/Batman wieder das Nonplusultra. Auch Hans Zimmers Soundtrack unterstützt die bedeutungsschwangeren Bilder einmal mehr exzellent. Und doch könnte sich bei dem ein oder anderen Kinozuschauer eine kleine Enttäuschung einschleichen. Und zwar wenn er mit der Haltung ins Kino geht, dass der neue Batman den direkten Vorgänger "The Dark Knight" übertrifft. Denn im indirekten Vergleich kann "The Dark Knight Rises" dann doch nicht ganz mithalten, dafür wirkt er etwas überladen und insgesamt nicht so stimmig wie der zweite Teil. Auch das Ende ist sicherlich gelungen und bildet einen guten Abschluss der Reihe, doch ob es wirklich so rund wie erwartet ist, darüber wird noch diskutiert werden. Aber das ist wirklich meckern auf allerhöchstem Niveau! "The Dark Knight Rises" ist temporeiches, spannendes und dramatisches Blockbusterkino der ersten Klasse!

The Dark Knight Rises
Tagsüber ein Playboy, abends ein Rächer: Bruce Wayne.

…von ML:
Die Charaktere wirken teilweise unreif, die Handlung etwas flach und größtenteils vorhersehbar.

Catwoman, die ihr ganzes Leben mit Stehlen verbracht hat, und der trotz eigener Aussagen das Geben im Film zunächst offensichtlich schwerfiel, unterfällt einem plötzlichem Sinneswandel und wirft ihren Traum nach einem Neuanfang einfach so fort, um den Bürgern Gothams aber vor allem Batman zu helfen. Dies ist eine Entwicklung, die sicherlich plausibel erscheint, jedoch strahlte Catwoman zu Beginn der Handlung mehr Selbstsicherheit und somit eine gewisse Selbstkenntnis aus. Der Sinneswandel kam also verhältnismäßig schnell, wenn auch – wie einige andere Entwicklungen des Films – aufgrund der Handlung erwartet.

Ein weiteres gutes Beispiel hierfür ist auch die Stürmung der Kanalisation und ihre Folgen: Denn auch sein angeschlagener Zustand begründet nicht Commissioner Jim Gordons leichtfertige Weisung, die im Gegensatz dazu steht, dass er nur kurz darauf Banes List mit dem Zünder zu entlarven scheint. Ein Jim Gordon, wie man ihn aus dem ersten Dark Knight kennt, setzte nicht nahezu alle seine Mitstreiter aufs Spiel. War es der Zorn, der ihn zu dieser Handlung bewegte, oder nur eine einfache Drehbuchlücke des Autors?

Obwohl Bruce Wayne alias Batman im Kampf gegen den Joker erfahren musste, dass es nicht nur auf pure Kraft ankommt, hat er diese Lektion anscheinend noch einmal zu lernen. Haben sechs Jahre Nichtstun Batman alles vergessen lassen oder macht er diese Entwicklung erneut durch, damit der Film eine Entwicklung des Hauptcharakters aufweist?

The Dark Knight Rises
Der finale Kampf?

Banes Synchronsprecher (Bodo Wolf) beweist zwar ein großes Talent für psychopathische Inszenierungen, büßt jedoch gleichzeitig Glaubhaftigkeit durch den selbigen ein. Gespräche wirken langgezogen und seine Sprechweise lässt den scheinbar Unbesiegbaren etwas unbeholfen scheinen, obwohl dieser doch einen so unbestechlich gut durchgeplanten Untergang für Gotham vorsieht. Erst mit voranschreitender Handlung gewinnt er etwas davon zurück, lässt den Zuschauer dann jedoch an der puren Boshaftigkeit seines Daseins zweifeln. Eine tiefere und selbstbestimmte Synchronstimme, sowie etwas mehr Handlungsdrang hätten diesem Charakter wohlgetan.

Eine kleine Anmerkung noch zu Blake, dem Detective: Zuerst dachte ich, auch er wäre etwas unglaubwürdig inszeniert, indem er auf die Sperrung zugeht, obwohl er die Konsequenz eigentlich vorhersieht. Natürlich würde er nie das Leben der Kinder riskieren, indem er eines oder mehrere von ihnen vorschickt oder mit ihnen geht (denn so wären die Polizisten vielleicht leichter zu überzeugen gewesen). Jedoch vollzieht sich hier eine Entwicklung: Durch die Uneinsichtigkeit der Wachleute lernt er seine Lektion: Gesetze können zu Fesseln werden.

The Dark Knight Rises
John Blake (Joseph Gordon-Levitt) ist ein Polizist mit Idealen.

…von RS:
„The Dark Knight Rises“ liefert in der Tat genau das, was man erwarten konnte. Während im Vorgänger der Joker in den Mittelpunkt gerückt war, schlägt dieser Film die Brücke zu „Batman Begins“. Dass gerade die Bösewichte eher schwach ausfallen, rückt den Fokus des Zuschauers noch mehr auf die in Kontinuität mit Morgan Freeman als Fox, Gary Oldman als Commissioner Gordon und Michael Caine als Alfred besetzten Nebenrollen, die nach wie vor alle sehr überzeugend aufspielen. Hinzu kommt eine der besten musikalischen Inszenierungen, die Hans Zimmer seit langem gelungen sind. Sowohl in ruhigen als auch den kräftiger orchestrierten Passagen, erweckt die Musik über geschickt ausgewählte und variierte Motive die Charaktere des Polizisten Blake und von Catwoman zum Leben.

Gegen Filmende spielt Christopher Nolan dann nochmals mit einigen filmischen Elementen: Anstelle den alten Helden in den Sonnenuntergang reiten zu lassen, geht hinter dem neuen Helden die Sonne auf… Auch wenn die richtig neuen Ideen in diesem Film eher Mangelware sind, wurde ich trotzdem von „The Dark Knight Rises“ über die gesamte Filmlänge bestens unterhalten.

The Dark Knight Rises

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Fakten
Originaltitel:
The Dark Knight Rises
 
deutscher Kinostart am:
26.07.2012
 
Genre:
Action / Comicverfilmung
 
Regie:
Christopher Nolan
 
Dieser Film wurde bewertet von:
WotsSe (94%),
ML(80%),
RS(92%),
Frank(89%)
 
Texte:
WotsSe, ML, RS
 
Diesen Film bewerten!
 


TV-Termine

DatumUhrzeitSender
13.10.2016 20:15 Vox
22.03.2015 20:15 RTL
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


Links

Batman-Kinofilme:
1989 (Tim Burton)
Batman
(Keaton, Nicholson, Basinger)
1992 (Tim Burton)
Batmans Rückkehr
(Keaton, DeVito, Pfeiffer)
1995 (Joel Schumacher)
Batman Forever
(Kilmer, Carrey, Lee Jones, Kidman)
1997 (Joel Schumacher)
Batman & Robin
(Clooney, O'Donnell, Schwarzenegger)
2005 (Christopher Nolan)
Batman Begins
(Bale, Neeson, Oldman, Caine)
2008 (Christopher Nolan)
The Dark Knight
(Bale, Ledger, Eckhart, Oldman)
2012 (Christopher Nolan)
The Dark Knight Rises
(Bale, Hardy, Hathaway, Gordon-Levitt)
2016 (Zack Snyder)
Batman vs. Superman: Dawn of Justice
(Ben Affleck, Jeremy Irons, Henry Cavill)




 
 

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