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Weekend


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** ** **** - **** ***** **** ***** 96%
 

 
Eine der schönsten Liebesgeschichten des Jahres entwickelt sich, als Russells One-Night-Stand länger als erwartet bleibt. Binnen eines Wochenendes baut sich ein besonderes Gefühl auf, doch dann will Glen wegziehen. Ein äußerst natürliches, fast dokumentarisch wirkendes Romantikdrama. Ein Überraschungshit und Cineclub-Tipp!

Weekend (von Andrew Haigh)


Der recht zurückhaltende Russell (Tom Cullen) verlässt die Privatparty seines besten Kumpels mit der Ausrede, früh aufstehen zu müssen. Tatsächlich zieht Russell noch alleine weiter in eine Disco, wo er weitertrinkt, tanzt und flirtet. Am nächsten Morgen ist sein One-Night-Stand immer noch da und bleibt auch. Bei Kaffee wird Russell vom extrovertierten Glen (Chris New) zu ihrer ersten Nacht befragt und für ein Kunstprojekt auf Tonband aufgenommen. Russell erinnert sich erst nicht, doch bald gesteht er, dass Glen ihm wirklich gut gefallen hat.

Weekend (von Andrew Haigh)

Als Glen schließlich geht, tauschen sie Telefonnummern. Unausgesprochen ist klar, dass sie sich unbedingt wiedersehen müssen. Nachmittags holt Glen Russell von der Arbeit ab. Russell sehnt sich nach einer Beziehung, Glen hingegen betont, dass er keine haben will. Allerdings zeichnet sich schon längst ab, dass zwischen den beiden recht unterschiedlichen Männern ein besonderes Gefühl besteht. Doch dann offenbart Glen, dass er nach dem Wochenende für zwei Jahre im Ausland studieren wird...

Weekend (von Andrew Haigh)


Der kleine britische Indie-Film „Weekend“, der zweite von Greek-Pete-Regisseur Andrew Haigh, ist eine wohlverdiente Erfolgsgeschichte: Schon zu seiner Uraufführung beim Filmfestival SXSW im Frühjahr 2011 gewann er einen Preis, im Anschluss weitere Festivalpreise z.B. in San Francisco, Los Angeles, Nashville und Hamburg. Egal wo der Film in die Kinos kommt, wird er von der Presse gelobt bis gefeiert und das Publikum strömt zu den Vorstellungen. So schaffte der Film beim jeweiligen Start den höchsten Kopienumsatz der USA im September und den zweithöchsten in Großbritannien. Auch hier in Deutschland sorgt der Film für ausverkaufte Vorstellungen.

Weekend (von Andrew Haigh)

Der Erfolg rührt von der unglaublich natürlichen Atmosphäre her. Die Dialoge, die Haigh geschrieben hat, wirken wie aus dem Leben gegriffen. Mit seiner Kamerafrau Ula Pontikus erzeugt er wunderschöne, intime Bilder, die so direkt wie ein Dokumentarfilm wirken. Die langen Einstellungen fangen die feinen Gefühlsausdrücke der beiden Protagonisten ein. Der Zuschauer hat nicht das Gefühl, einer erfundenen Geschichte zu folgen, sondern vielmehr eine reale Begegnung zu beobachten.

Weekend (von Andrew Haigh)

Dass die Geschichte und die Gefühle so echt wirken, liegt aber auch an den beiden fabelhaften Schauspielern Tom Cullen und Chris New. Die Chemie zwischen den beiden theaterausgebildeten Newcomern stimmt einfach und überträgt sich auf den Zuschauer. Dabei setzen sie keinesfalls auf den Pathos eines Schmachtfetzen, sondern auf kleine Gesten. Okay, die Sexszenen sind so schüchtern nicht.

Was aber diese Romanze so gefühlsecht und intensiv macht, sind die zögerlichen Annäherungen und die unsicheren Blicke. Das sind universelle Gefühle im Spiel, die Hetero- genauso wie Homosexuelle nachfühlen können. Wie viele andere Kritiker finden auch wir, dass „Weekend“ vielleicht der schönste, beste Film des Jahres ist.

Weekend (von Andrew Haigh)


  • Der Filmschnitt von „Weekend“ stammt ebenfalls von Autor-Regisseur Andrew Haigh. Immerhin hat er bereits als Filmschnittassistent bei großen Filmproduktionen wie „Gladiator“, „Mona Lisas Lächeln“ und „Black Hawk Down“ mitgewirkt.
  • Das Lied „I Don’t Want Love“ aus dem Filmtrailer stammt von der Band The Antlers, das emotionale Abspannlied vom Sänger John Grant.

Weekend (von Andrew Haigh)

Weekend (von Andrew Haigh)

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Fakten
Originaltitel:
Weekend
 
deutscher Kinostart am:
20.10.2011
 
Genre:
Romantikdrama
 
Regie:
Andrew Haigh
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(96%)
 
Texte:
Martin
 
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