Licia Maglietta lässt sich auf eine Beziehung mit einem Jüngeren ein und schon bald brennen bei ihr alle Sicherungen durch – wortwörtlich. Fröhliche Sommerkomödie von Silvio Soldini.
[Film bewerten]
Agata (Licia Maglietta) ist eine lebensfrohe und charmante Buchhändlerin. Eines Tages kommt Nico (Claudio Santamaria) in ihre Buchhandlung und macht der 40jährigen unverhohlen den Hof. Nach einigen Anläufen gibt Agata nach und verabredet sich mit Nico.
Schon bald beginnen in Agatas Nähe die Glühbirnen durchzubrennen, sobald ihre Gefühle minimal in Wallung geraten. Und damit nicht genug, es geht mit den Haushaltsgeräten weiter. Der Fön streikt, kaum repariert, ist der Toaster kaputt. So schön und so gut die Beziehung zu einem jüngeren Mann ist, schon bald findet Agata heraus, dass er verheiratet ist. Und kaum ist sie darüber hinweg, sieht sie ihn mit einer knackigen Blondine in einer eindeutigen Situation.
Agatas Bruder Gustavo hat indessen Probleme ganz anderer Art. Seine Ehe ist am Ende, dafür bandelt die Bürgermeisterin Kierkegaard (Ann Eleonora Jørgensen) mit ihm an. Und er erfährt, dass er möglicherweise gar nicht Agatas Bruder ist, sondern von Agatas Eltern adoptiert wurde. Sein leiblicher Bruder Romeo (Guiseppe Battiston) plant hingegen schon Geschäfte mit dem betuchten Familienzuwachs.
Agata probiert auch alternative Heilmethoden aus.
Kritik:
Silvio Soldini hatte vor zwei Jahren mit „Brot und Tulpen“ einen Überraschungserfolg in Deutschland. Die charmante Licia Maglietta und der herausragende Bruno Ganz waren damals ein Paar der etwas anderen Art. Grund genug, mit fast der gleichen Crew das Ganze zu wiederholen.
Licia Maglietta ist wahrhaftig bezaubernd. Sie gibt die resolute Frau in den besten Jahren und sieht dabei immer gut aus. Ihre Assistentin Ines (Anke Reitzenstein) stellt einen guten Kontrapunkt zu Maglietta dar. Sie wirkt etwas zugeknöpft und steht vor allem „dem jungen Werther“, wie sie Nico nennt, sehr skeptisch gegenüber.
Der junge Werther setzt zum Angriff an.
Silvio Soldini hat eine heitere Sommerkomödie gedreht. Italien liegt einem beinahe auf der Zunge. Man glaubt guten Chianti, Pizza und Meeresbrise zu erahnen. Bei einem Bundesstart vor Weihnachten kann man auf die Sehnsucht nach Sommer des deutschen Publikums hoffen, denn diese Komödie ist – ganz ohne Klischees und Klamauk – einen Kinobesuch wert.
Ihr habt diesen Film auch
gesehen? Dann könnt ihr ihn hier bewerten! Weiterempfehlen: