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leer Star Trek Discovery 4. Staffel


Aufmachung Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
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Mit der Spezies 10-C taucht eine neue Gefahr auf, die die vierte Staffel von Star Trek zurück zu ihren Anfängen führt: Kontakt mit unbekannten Species aufbauen und das große Unbekannte erforschen. Zudem wird mit Präsidentin Laira Rillak (Chelah Horsdal) eine neue Figur eingeführt und Michal Burnham (Sonequa Martin-Green) entwickelt sich trotz Sarus (Doug Jones) Rückkehr zu einem starken Captain.

Star Trek Discovery 4. Staffel


In der Zeit nach der Aufklärung des Brands ist die Föderation mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Dabei nimmt die Discovery diplomatische Beziehungen auf und verteilt dringend benötigtes Dilithium in der Galaxy. Aber als eine gewaltige Dunkel-Materie-Anomalie (DMA) auftaucht, die Kwejian, den Heimatplaneten von Cleveland Booker, zerstört, ändert sich alles. Die gerade erst gewählte Präsidentin der Föderation, Laira Rillak (Chelah Horsdal) steht vor der Herausforderung, gleichzeitig eine Panik zu vermeiden und einen Erstkontakt mit einer unbekannten Spezies zu organisieren, deren Heimat weit außerhalb der Galaxy liegt und die als einzige noch verhindern könnte, dass die DMA auch die Erde und Vulkan zerstört.

Star Trek Discovery 4. Staffel

Parallel zu diesen dramatischen Ereignissen bahnt sich eine neue Liebe an zwischen dem auf die Discovery zurückgekehrten Mr. Saru (Doug Jones) und der vulkanischen Präsidentin T’Rina (Tara Rosling). Außerdem arbeitet Hugh Culber (Wilson Cruz) mit Hochdruck daran, Adiras (Blu del Barrio) Freund Gray Tal (Ian Alexander) die Transformation in einen neuen eigenen Körper zu ermöglichen. Unterdessen ist sich der Schiffscomputer der Discovery (Marie Bierstedt), der ja immer noch die Sphären-Daten enthält, seiner selbst bewusst geworden und möchte fortan „Zora“ genannt werden.

Star Trek Discovery 4. Staffel


Diese vierte Staffel von Star Trek Discovery bietet eine gesunde Mischung aus klassischen Star Trek Elementen, persönlicher Charakterentwicklung und Beziehungskonflikten. Fangen wir mit letzterem an: Ganz offensichtlich im Mittelpunkt stehen Michael Burnham und Cleveland Booker, deren Liebe auf eine harte Probe gestellt wird. Booker ist eine Robin-Hood-Figur und man möchte als Zuschauer nichts lieber, als dass er das Richtige tut und einfach nur missverstanden wird. Doch die Episodenhandlung verläuft anders und baut hierdurch immer wieder Spannung auf. Nicht minder interessant ist jedoch die neue „Familie“, die Paul Stamets, sein Mann Hugh Culber und die „Kinder“ Adira und Gray Tal bilden. Letzterer erhält einen Körper, womit die Wünsche und Ängste von Trans-Personen auf eine ungewöhnlich intensive Art Eingang in eine Unterhaltungsserie gefunden haben.

Olatunde Osunsanmi hat als Regisseurin ihren Stil gefunden und wenn man diesen mag, dann darf man sich darüber freuen, dass sie sowohl die beiden Auftakt- als auch die beiden Schlussfolgen der Staffel inszeniert hat. Aber auch Jonathan Frakes darf wieder ran und ein wenig die Kamera zur Seite schwenken. Das Thema Kameraführung ist aber offenbar auch eine Leidenschaft von Lee Rose, die ein vor allem von Brian de Palma bekanntes Stilmittel verwendet, um bei zwei zeitgleich stattfindenden und ineinander geschnittenen Verhandlungen in der Folge „Alles oder nichts“ durch permanente Drehbewegung um den Sprechenden herum die Stimmungslage der Anwesenden zu vermitteln. Hierdurch und durch sehr pointierte Dialoge wird diese Szene zu einer herausragenden Gesamtkomposition.

Star Trek Discovery 4. Staffel

In der Zukunft herrschen die Frauen. So wirkt zumindest das, was die Produzenten aus dem Anspruch gemacht haben, das angestaubte Klischee der von alten weißen Männern dominierten Föderation zu modernisieren. Auf die Spitze getrieben wird dies durch den Auftritt von Stacey Abrams am Ende der Staffel. Das Signal ist eindeutig, bleibt zu hoffen, dass die Serie sich hier nicht verrennt, sondern ihren diversen Weg weitergeht.

Natürlich darf bei dieser Staffel, die im Mai 2020 gedreht wurde, das Thema Corona nicht unerwähnt bleiben. Es ist absolut vorbildlich, wie konsequent die Föderation die Abstandsregeln umgesetzt hat. Anstatt dicht gedrängt in einem großen Plenarsaal zu sitzen, tagen die Regierungschefs der vereinten Planetenwelt in einem offenen Atrium, bei dem über mehrere Etagen, unterstützt von Holoprojektoren in der Mitte, alle im Abstand von mindestens zwei Metern nach oben und unten positioniert sind. Und selbst wenn die Erst-Kontakt-Task-Force im Shuttle-Hangar diskutiert, bilden sie einen Kreis mit dem gebotenen Abstand. Immerhin gibt es auf der Discovery keine Maskenpflicht. Zumindest nicht, während die Kamera läuft. Allerdings bieten die Extras der DVD einen kleinen Eindruck davon, unter welch erschwerten Bedingungen dieser Dreh stattfand. Dass die Beleuchtung eingestellt werden musste, während die Personen noch einzeln positioniert oder maskiert waren, soll nach Aussage der Verantwortlichen die Bildqualität dieser Staffel getrübt haben. Meiner Meinung nach merkt man dies allerdings allenfalls, wenn man die Blu-ray anschaut, da die Qualität in einschlägigen (Gratis-)Streamern hierfür ohnehin nicht ausreicht.

Star Trek Discovery 4. Staffel

Abschließend möchte ich noch auf ein paar wichtige Figuren eingehen, über die sich der eine oder andere Fan freuen wird. Es gibt nach Data und dem Doktor der Voyager wieder eine künstliche Intelligenz: Aus „dem Computer der Discovery“ wird die Person Zora, deren Körper die Discovery ist. Die Visualisierung ihres „Mundes“ beim Sprechen lässt Erinnerung an K.I.T.T. aus der Serie Knight Rider wach werden, denn ebenso wie damals wird der Amplitudenausschlag der akustischen Signale angezeigt. Des Weiteren kehrt mit Tig Notare in der Rolle von Jett Reno eine der schillerndsten Figuren zurück, die von Stamets auch schon gerne mal Grummeltante genannt wird und im Staffelfinale eine überraschend wichtige Rolle spielt. Über die Bösewicht-Figur Tarka braucht man hingegen nicht viele Worte zu verlieren. Nach dem Desaster mit der blassen Osyraa in der vorherigen Staffel, sollte Tarka umso menschlicher wirken und bekam dafür einen eigenen Rückblick, der seine persönliche Vorgeschichte erzählt, was aber nicht viel daran geändert hat, dass auch diese Figur in eindimensionalen Bahnen handelt.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass diese vierte Staffel zwar erstmals weder im Spiegeluniversum spielt noch Zeitreise thematisiert, dafür aber mit der drohenden Zerstörung von Erde und Vulkan und dem Kernkonflikt zwischen Burnham und Booker einen gelungenen Spannungsverlauf bietet. Fans der Charaktere werden bedient und es gibt erstmals nach Janeway wieder einen richtig (führungs-)starken weiblichen Captain. So kann es gerne weitergehen.

Star Trek Discovery 4. Staffel

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Fakten
Originaltitel:
Star Trek Discovery Season 4
 
Produktionsjahr:
2021 - 2022
 
auf DVD/Blu-ray ab:
08.12.2022
 
Genre:
Science-Fiction / Star Trek
 
Laufzeit/Folge:
50-60 Minuten
 
Diese Serie wurde bewertet von:
RS(92%)
 
Texte:
RS
 
Vertrieb (für Heimkino):
Paramount Home Entertainment

FSK der Heimkino-Fassung:
ab 12 freigegeben
 



 


TV-Termine

DatumUhrzeitSender
15.01.2024 20:15 Tele 5
08.01.2024 20:15 Tele 5
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.
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Star Trek
TNG: Star Trek: Der erste Kontakt
(1996, mit Patrick Stewart)
TNG: Star Trek: Nemesis
(2002, mit Patrick Stewart)
Reboot Teil 1:
Star Trek
(2009, mit Chris Pine)
Reboot Teil 2:
Star Trek Into Darkness
(2013, mit Chris Pine)
Reboot Teil 3:
Star Trek Beyond
(2016, mit Chris Pine)
Serie: Star Trek Discovery 1. Staffel
(2017, mit Sonequa Martin-Green, Jason Isaacs, Michelle Yeoh)
Serie: Star Trek Discovery 2. Staffel
(2019, mit Sonequa Martin-Green, Anson Mount, Michelle Yeoh, Ethan Peck)
Serie: Star Trek Discovery 3. Staffel
(2021, mit Sonequa Martin-Green, David Ajala, Michelle Yeoh)
Serie: Star Trek Discovery 4. Staffel
(2022, mit Sonequa Martin-Green, David Ajala, Chelah Horsdal)
Serie: Star Trek: Lower Decks
(2020-2021, animiert)
Serie: Star Trek: Picard - Staffel 1
(2020, mit Patrick Stewart und Jeri Ryan)
Serie: Star Trek: Picard - Staffel 2
(2022, mit Patrick Stewart, Jeri Ryan, John de Lancie)



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