Cineclub Cineclub Facebook Twitter
Cineclub - Kino und mehr

leer Drive


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
*** - **** *** ***** - *** **** 70%
 

 
Eigentlich als Stuntfahrer in Hollywood angestellt, verdient sich der Driver (Ryan Gosling) nachts als Fluchtfahrer für Kriminelle etwas dazu. Dank guter Absichten wird er dann aber in eine miese Geschichte hineingezogen, die viele Leben kostet und ihn an seine Grenzen bringt… Handwerklich absolut überzeugender aber durch unnötige Längen an Unterhaltung mangelnder Neo-Noir-Thriller, der mit guten Darstellern (Bryan Cranston, Carey Mulligan, Ron Perlman) glänzt und in seiner Art an klassische 80er-Jahre-Krimis erinnert.

Drive (mit Ryan Gosling als Fahrer)
Der Fahrer (Ryan Gosling)


Es ist für ihn längst reine Routine. Sein Job als Stuntman in Hollywood macht dem Fahrer (Ryan Gosling) bereits gar nichts mehr aus, so dass oft schon die erste Aufnahme mit ihm im Kasten ist. Wenn es dunkel wird in Los Angeles, erwacht der wortkarge Einzelgänger zum privaten Fluchtfahrer, der jedem Gauner, der es sich leisten kann, die Rettung auf vier Rädern beschert. Auch hier ohne große Worte sondern mit überzeugenden Taten schafft er es immer wieder, vor dem Gesetz zu fliehen, und gibt den jeweiligen Kriminellen dabei immer fünf Minuten Zeit, in denen er ganz ihnen gehört - komme, was da wolle.

Nebenbei arbeitet der Fahrer noch in der Werkstatt des alternden und recht glücklosen Shannon (Bryan Cranston). Dieser sieht in seinem jungen Freund nun die Chance, mit ihm als Rennfahrer das große Geld zu verdienen. Für das Startkapital pumpt sich Shannon daraufhin 300.000 Dollar vom Berufsverbrecher Bernie Rose (Albert Brooks). Dadurch lernt der Fahrer auch den Gangster Nino (Ron Perlman) kennen, der mit Bernie zusammen arbeitet. Was die Männer nicht ahnen: schon bald werden sie große Probleme miteinander bekommen.

Drive (mit Ryan Gosling als Fahrer)
Bernie Rose (Albert Brooks) ist ein spendabler und ebenso eiskalter Geschäftsmann.

Privat lebt der Fahrer einfach und ruhig, lernt dann aber seine hinzugezogene Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und ihren kleinen Sohn kennen. Irenes Mann Standard (Oscar Isaac) sitzt derweil im Knast, wird aber bald entlassen und kehrt zurück zu seiner jungen Familie. Dass diese aber mit dem Fahrer inzwischen viel besser klar kommt, ist im Grunde jedoch Nebensache, denn dieser ist und bleibt ein Einzelgänger - Gefühle hin oder her. Als Standard jedoch gezwungen wird, einen Raubüberfall zu begehen, um seine Knastschulden zu begleichen, und der Fahrer sich auch hier als Fluchthelfer anbietet, geraten die Dinge dieses Mal außer Kontrolle und Standard wird eiskalt erschossen. Zudem hat man es nun auch auf den Fahrer abgesehen und Irene ist ebenfalls in Gefahr.

Schnell wird klar, dass es hier um mehr geht und 1 Mio US-Dollar auf dem Spiel stehen, die Nino gehören. Oder auch nicht, denn der hat sich scheinbar woanders bedient, um sich selbst die Taschen voll zu stopfen. Dann wird auch Bernie klar, dass der Fahrer, den er eigentlich selbst groß rausbringen wollte, seine Finger im Spiel hat, und er stellt ihm ein Ultimatum. Inzwischen aber ist der Fahrer durch all die Entwicklungen in die Enge getrieben und geht mit stoischer Ruhe und ebenso brachialer Unruhe dagegen vor. Eine gefährliche Mischung also, denn wer einmal mit dem Rücken zur Wand steht, ist zu allem fähig...

Drive (mit Ryan Gosling als Fahrer)
Der Fahrer und seine Nachbarin (Carey Mulligan) mit Sohn.


Entspannt nimmt man auf dem Rücksitz des Fahrers Platz und lässt sich entführen in seine karge und einfache Welt. Geordnet und sicher fährt er die Straßen entlang und wenn es doch einmal hecktisch wird, bewahrt er noch immer die Ruhe – es sei denn, es wird persönlich. Ryan Gosling überzeugt immer – egal, welches Genre. Selbst in dem Drama „Wie ein einziger Tag“ bringt der derzeit 31-jährige Amerikaner als zurück gelassener Geliebter beste Leistungen und gerade in „Drive“, wo er kaum Dialoge hat, muss er sich beweisen. Diesmal sind nämlich Ausstrahlung und Mimik entscheidend für die Charakterzeichnung der Hauptfigur. Zwar geht man hier nie groß in die Tiefe, bleibt durch die stetige Entwicklung im Film aber eben auch nicht nur an der Oberfläche.

Zu Beginn ein ruhiger Fahrer und wortkarger Nachbar, der dennoch Herz zeigt, wenn es um eine junge Frau und deren kleinen Sohn geht. Ein Mann also, den man trotz krimineller Aktivitäten als Freund haben will und dem man von Beginn an jegliche Beteiligung an Verbrechen verzeiht, denn im Grunde fährt er nur – und das auch noch gut. Wird es aber persönlich, so kann er auch ausrasten und auch hier wieder nicht verbal sondern mit derber Härte. Dass ihn die Tötung von Menschen, so mies sie auch sein mögen, nicht kalt lässt, ist aber auch klar. Dennoch braucht der Fahrer keine Schusswaffen, schließlich hat er einfache Mittel und die nötige Intensität, wenn es wirklich um Leben und Tod geht.

Drive (mit Ryan Gosling als Fahrer)
Nino (Ron Perlman) ist und bleibt ein unberechenbarer Faktor in diesem Spiel...

Mit dem Preis „Beste Regie“ bei den Filmfestspielen in Cannes 2011 ausgezeichnet, besticht dieser Indi-Streifen vor allem durch seine Optik, die entfernt an „Collateral“ erinnert. Saubere und dennoch düstere Bilder, Kamerafahrten aus der Luft über die Straßen der Stadt, Zeitlupen und gute Schnitte – eben nüchtern und dennoch irgendwie auf Hochglanz poliert. Dazu die Darsteller, die ihre Arbeit allesamt gut machen, auch wenn man von Bryan Cranston eine interessantere Rolle erwartet hätte, denn durch seine Darstellung als Hauptfigur in der US-Serie „Breaking Bad“ weiß man, was der einstige Vater aus „Malcolm mittendrin“ alles kann (viele Film- und Fernsehpreise schon für ihn).

Am Ende bleibt ein Film, der durch seine Hollywood-untypische Art überzeugt, manchen Cineasten aber durch seine ständigen „Standbilder“ etwas verzweifeln lassen könnte. Wer aber hinter die Fassade guckt und seinen ersten Eindruck sacken lässt, wird erkennen, dass es sich hierbei um eine Kunstform des modernen Kinos handelt, die es nur noch selten zu geben scheint.

Drive (mit Ryan Gosling als Fahrer)
Shannon (Bryan Cranston) will einfach nur einmal im Leben Erfolg haben.

Drive (mit Ryan Gosling als Fahrer)Drive (mit Ryan Gosling als Fahrer)

Jetzt drive (sofern schon verfügbar) auf DVD übers Internet ausleihen
oder die DVD bei momox.de verkaufen.


 

 

Fakten
Originaltitel:
Drive
 
deutscher Kinostart am:
26.01.2012
 
Genre:
Drama / Thriller / Arthouse
 
Regie:
Nicolas Winding Refn
 
Länge:
ca. 101 Minuten
 
FSK der Kinofassung:
ab 18/Keine Jugendfreigabe
 
Kinoverleih:
Universum, 24 Bilder
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway (71%),
rAm (69%)
 
Texte:
Conway
 
Diesen Film bewerten!


 


TV-Termine

DatumUhrzeitSender
17.12.2021 22:35 RTLZWEI
10.12.2020 ²) 01:10 Arte
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.
» Alle TV-Termine anzeigen


Streaming-Angebote

Powered by JustWatch


Links



Newsletter: So wird keine neue Kritik verpasst!

[Film bewerten]

zurück zum Filmarchiv
zurück zur Wertungsübersicht
zurück zur Cineclub-Homepage

© 2024 Cineclub, Bochum für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.