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| Aufmachung | Unterhaltung | Spannung | Action | Musik | Erotik | Anspruch | Eindruck | Gesamt |
| ***** | *** | ***** | *** | *** | - | **** | **** | 82% |
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Inhalt:
Sie wollte doch so gerne mit ihrer Freundin nach Marokko fliegen. Doch nun hängt Abby Aysgarth (Alexandra Roach) am Telefon und lässt sich von ihrem jugendlichen Mitarbeiter Toby McKnight (Gabriel Howell) darüber informieren, dass das wichtigste Anti-Virenprogramm Englands einen Virus hat, nur um wenig später von ihrem Stellvertreter Saj Sidhu (Parth Thakerar) zu erfahren, das Hacker den Nachtzug von Glasgow nach London manipuliert haben. Ohne zu zögern, macht sie kehrt und fährt zurück ins Büro.
So macht sich der Zug unter der Kontrolle der unbekannten Hacker mit einem guten Dutzend Passagieren und Zugpersonal – aber ohne Lokführer auf zu seinem Ziel im Süden, während die Entführer über die Anzeigetafeln der Londoner Victoria Station ein Lösegeld fordern. Während das Szenario und die Rettungsversuche der Cyber-Security-Zentrale den Anschein von verzweifelten Versuchen der Steuerung einer außer Kontrolle geratenen Modelleisenbahn erwecken, herrscht an Bord des Zuges „Heart of Britain“ bitterer Ernst. Immer deutlicher wird, dass einer der verbliebenen Fahrgäste mit den Hackern unter einer Decke stecken muss. Doch wer würde sich freiwillig in Lebensgefahr begeben?
Kritik:
Ein außer Kontrolle geratener Zug? Ein Hackerspielzeug, das die Steuerung von Verkehrsmitteln übernimmt? Eine Einsatzzentrale, die bisweilen mehr gegeneinander als miteinander arbeitet? Das alles ist nicht neu. Doch bei Nightsleeper trifft eine gelungene Auswahl sehr unterschiedlicher Darsteller rund um ein passend besetztes Hauptdarstellerpaar auf einen Echtzeit-Regieansatz, der vor allem in den ersten zwei Episoden immer wieder von der Kameraführung und sehr gelungenem Schnitt gut ausgereizt wurde. Besonders Douglas Russell ist es zu verdanken, dass die Auftaktepisode so gut gelungen ist. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet diese Figur nur in der ersten Episode vorkommt.
In allen sechs Episoden schwenkt der Film munter zwischen der Zentrale und dem Zug hin und her. Mal sind sie über ein Satellitentelefon verbunden, mal liefert ein Hubschrauber Bilder, mal gibt es auch gar keine Kommunikation. Immer wieder prallt Aktion auf Reaktion, teilweise mit fatalen Folgen für den Zug und dessen verbliebene Fahrgäste. Während die ersten Folgen hierbei wohldosiert vorgehen, verbrennt die Serie bei der Zugteilung viele Körner und versucht das entstandene Vakuum anschließen durch psychologische Studien seiner Hauptfiguren auszufüllen, was nur mäßig gut funktioniert. Warum die Drehbuchautoren außerdem eine klassische Verhörszene einbauen mussten, bleibt vollständig schleierhaft. Auch wenn das Tempo in Finale noch einmal anzieht, dämpft das verschleppte Ende ein wenig den Gesamteindruck – nicht zuletzt auch dadurch, dass der Auflösung hierdurch jeglicher Überraschungsmoment fehlt. Eine wichtige Frage für Genrefans wird schließlich aber auch beantwortet: Hält der Zug vor dem Prellbock oder rauscht er durch die Bahnhofswand wie in zahlreichen Filmklassikern?
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