entertainweb Cineclub Facebook Twitter
Cineclub - Kino und mehr

Tötet Mrs. Tingle


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** **** **** ** ***** *** ***** ***** 97%
 

 
Drei Teenager halten Ihre Geschichtslehrerin gefangen. Und Mrs. Tingle ist wirklich sehr sehr böse. Schwarze Komödie mit Helen Mirren, Katie Holmes, Barry Watson und Marisa Coughlan. Cineclub-Filmtip und Cineclub-Soundtrack-Tip!


Mrs. Tingle (Helen Mirren)Ihr Stemmschritt ist unverkennbar. Wenn Mrs. Tingle (Helen Mirren, siehe Foto rechts) durch die Highschool schreitet, weichen alle ihr aus und sind froh, wenn sie nur einen mißbilligenden Blick von dem Drachen ernten und von einem giftig boshaften Kommentar verschont bleiben. Nur die Schüler, die bei ihr Unterricht haben, haben es da nicht so leicht...

So muß eine ganze Geschichtsklasse über sich ergehen lassen, wie Mrs. Tingle eine Projektarbeit nach der anderen vor der Klasse niedermacht und dabei keinen psychologischen Trick ausläßt. Auch die Musterschülerin Leigh Ann (Katie Holmes) erwischt es an diesem Tag. In Sekunden wird ihr Traum zunichte gemacht, Beste ihres Jahrgangs zu werden, was ein Stipendium bedeutet hätte und damit die einzige Chance auf ein Studium, da sich ihre alleinerziehende Mutter das nicht leisten kann.

Nur mit der Abschlußprüfung kann sie noch etwas ändern. Daher beschließt sie, es mit Fleiß zu probieren, als sie nachmittags mit ihrer Freundin (Marisa Caughlan) in der Turnhalle sitzt. Da gesellt sich Luke (Barry Watson) zu den beiden und bietet ihnen die Prüfungsfragen der Tingle an, die er gerade geklaut hat!

Mrs. Tingle hat die Prüfungsfragen gefunden...!Obwohl Leigh Ann ablehnt, wird sie Augenblicke später von Mrs. Tingle, die alles mitbekommen hat, des Betrugs bezichtigt. Die alte Ziege genießt es geradezu, daß die Musterschülerin am nächsten Tag von der Schule fliegen wird.

Noch ist nichts zu spät, denken sich die drei, und versuchen, am Abend nocheinmal mit Mrs. Tingle zu sprechen. Doch die Tingle ist böse wie immer. Ohne daß sie es verhindern können, haben die drei Schüler plötzlich mehr Ärger am Hals, als ihnen lieb sein kann... Und eine ans Bett gefesselte Tingle inszeniert von dort aus einen wahrhaft bösen Psychokrieg. Mit verbalen Attacken und teuflischer Intelligenz spielt sie die Teenager gegen einander aus!


Die drei Teenager blicken hinunter...Star des Films ist ganz klar Helen Mirren, die die Tingle wirklich überzeugend darstellt. Die ganze Eiseskälte, so viel falsches Mitgefühl, richtig boshafte Haßsucht, entfesselte Brutalität, das alles steht im Ausdruck eines Gesichts, eines Augenpaares geschrieben.

Nicht das Blut spritzt hier, nicht die Messer fliegen in Teaching Mrs. Tingle, nein, hier sticht Mrs. Tingle mit Wortattacken wie mit Dolchen tief in die Herzen aller anderen Akteure. Es ist wirklich faszinierend mit welcher Tiefe Kevin Williamson diesen Charakter inszenierte. Die Rache an seiner ehemaligen Geschichtslehrerin (die übrigens auch Mrs. Tingle hieß) fällt dann auch dementsprechen aus... Nicht die Waffen eines Teenagers bringen sie zu Fall, nein, für das Ende hat sich der Drehbuchautor von Scream in seinem Regiedebut etwas viel Besseres einfallen lassen...

Überzeugend ist darüber hinaus ebenfalls die Darbietung der drei restlichen Hauptdarsteller. Williamson hat sich für diese Rollen die besten Leute aus aktuellen amerikanischen Serien herausgesucht (Katie Holmes wurde mit "Dawson's Creek" bekannt, Barry Watson mit "7th Heaven" (Eine himmlische Familie). Aber besonders Marisa Coughlan gelingt es mehrfach, durch effektvolle Improvisationen zu überraschen.

Cover des Soundtracks von Teaching Mrs. TingleFür den Soundtrack wurden elf Titel ausgewählt, die immer wieder sehr passend die Stimmung des Films untermalen. Besonders "Show Me" von Bree Sharp und "Misery" von den Moffatts fallen hierbei positiv auf. Insgesamt ist der Soundtrack rundherum gelungen und auch später als Ganzes immer wieder hörenswert.

Für die Filmidee und deren Umsetzung verleihen wir die Auszeichnung "Cineclub-Filmtip" und außerdem erhält Teaching Mrs. Tingle die Sonderauszeichnung "Cineclub-Soundtrack-Tip"!


Das Filmplakat (deutsches Original)Wer einen Blick auf die Vielzahl der alternativen Originaltitel (Teaching Mrs. Tingle, Killing Mrs. Tingle, That's Mrs. Tingle) wirft, mag es erahnen. Um Klagen wegen getöteten Lehrern aus dem Weg zu gehen, mußte der Titel in den USA geändert werden. Auch hierzulande wurden die Plakate überklebt, auf denen "Tötet" zu sehen war, und es existieren wegen des Lehrermords in Hessen zwei Tage vor dem Filmstart ebenfalls die Titel "Das ist Mrs. Tingle" und "Rettet..."!

Dabei rechtfertigt allenfalls der Titel diesen Akt. Wer sich den Film anschaut, wird vielleicht selbst manchmal für sich denken, daß die böse Tingle vielleicht den Tod verdient hätte. Die agierenden Schüler sind jedoch meilenweit davon entfernt, Gewalt als Lösung ihrer Probleme zu verwenden. Im Gegenteil: Sie waren es, die versucht haben, nicht einmal, nicht zweimal, nein, sogar dreimal mit ihrer Lehrerin über ihre Probleme zu reden.

Wenn man diesen Film in Zusammenhang mit ausrastenden Schülern bringen will, sollte man sich fragen, ob diese Schüler ausrasten, weil sie ihn gesehen haben, oder ob sie es tun, weil sie den Film n i c h t gesehen haben!!

Tötet Mrs. Tingle (mit Helen Mirren, Katie Holmes und Barry Watson)
"Davon habe ich die ganze Zeit geträumt!"

Jetzt toetet mrs tingle (sofern schon verfügbar) auf DVD übers Internet ausleihen
oder die DVD bei momox.de verkaufen.





 

 
Fakten
Originaltitel:
Teaching Mrs. Tingle
 
deutscher Kinostart am:
11.11.1999
 
Genre:
Komödie / (lt. Filmverleih: Horrorkomödie)
 
Regie:
Kevin Williamson
 
Dieser Film wurde bewertet von:
RS(97%)
 
Texte:
RS
 
Diesen Film bewerten!
 


TV-Termine

DatumUhrzeitSender
16.10.2017 ²) 02:15 Tele 5
15.10.2017 20:15 Tele 5
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.




Newsletter: So wird keine neue Filmkritik verpasst! eMail-Adresse:

[Film bewerten]

zurück zum Filmarchiv
zurück zur Wertungsübersicht
zurück zur Cineclub-Homepage

(c) 2017 Cineclub, Bochum für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.