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Absolute Giganten

  
Augenblicke einer Freundschaft, die letzten... Sebastian Schipper inszeniert diesen Film über den verschworenen Dreierbund von Floyd, Ricco und Walter mit soviel Zärtlichkeit für seine Figuren, soviel Glaubwürdigkeit - und Gefühl.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

30.09.1999:
Absolute Giganten

nur die Gesamtwertung: 100%

  
Genre:

romatische Actionkomödie

     
Regie: Sebastian Schipper
  
Inhalt / Kritik: Wie groß kleine Dinge sind, wie sehr sie das Leben verändern und sich für immer in die Erinnerung einbrennen - das ruft "Absolute Giganten" denen ins Gedächtnis zurück, die es vergessen haben, und macht es allen anderen umso bewusster. Sich dem Film anzuvertrauen ist wie ein Segelflug. Mit dem Start findet er eine Thermik, die ihn unaufhaltsam höher trägt. Und je weiter man aufsteigt, desto mehr erkennt man, was man unter sich gelassen hat.

Absolute Giganten

Da unten, irgendwo in Hamburg, leben Floyd, Ricco und Walter (Frank Giering, Florian Lukas und Antoine Monot Jr.). Sie stehen auf der Verliererseite der Wohlstandsgesellschaft, nennen aber etwas viel größeres ihr eigen: Sie sind Freunde, unzertrennlich. Oder waren es - denn Floyds Bewährungszeit ist abgelaufen, und er will endlich raus, endlich weg. Er hat auf einem Schiff angeheuert und wird am nächsten Morgen die Stadt für immer verlassen. Ricco, dem großmäuligen Rapper, fehlen die Worte. Walter, der ruhende Pol, ringt um Fassung. Denn hier ist eine Entscheidung gefallen, die sie nicht ändern können, die einen Teil aus ihrem Dreierbund herausreißt, der unersetzlich ist. Ihnen bleibt eine letzte gemeinsame Nacht.

Absolute GigantenEs gibt nichts, was man in so einer Nacht tun könnte und das ihr angemessen wäre. Oder es gibt alles, weil nicht zählt, was man unternimmt, sondern mit wem. Auch über dem Besuch der Eckkneipe liegt das Einmalige: Weil es das letzte Mal in dieser Gemeinschaft sein wird. Der Burgerkauf im Schnellimbiss gerät zu einer Beschwörung der Freundschaft. Alles erscheint in einem anderen Licht, und Floyd, Ricco und Walter kosten ihre Erlebnisse aus. Wie Sebastian Schipper diese inszeniert, ist Kino der Extraklasse. Mit soviel Zärtlichkeit für seine Figuren, soviel Glaubwürdigkeit - und Gefühl. Jawohl, Gefühl: Denn gerade wenn Männer nach außen hin cool und unbesiegbar erscheinen wollen, wirken die Momente, wo diese Fassade durchsichtig wird und das Innere nach außen dringt, umso stärker.

In der blauen Stunde zwischen Nacht und Tag bringt Floyd einen unvergesslichen Monolog. Einer, der alles erklärt, der einen Einblick in die eigene Gefühlswelt gibt, der einen schlicht umwirft. "Es müsste immer Musik da sein", wünscht er sich. In "Absolute Giganten" ist Musik da. Das Leitmotiv taucht die Figuren in ein melancholisches Licht, dem man sich nicht entziehen kann und will.

Absolute GigantenDie letzte gemeinsame Fahrt zum Hafen, wo Floyd Abschied nimmt, zerreißt einem das Herz. Denn hier schließt sich der Kreis auf eine Weise, in der Schmerz, Hoffnung und Freundschaft verknüpft werden. Die drei Freunde werden diese Nacht nicht vergessen. Wir auch nicht. Danke für dieses himmlische, magische Juwel.

  

Dieser Film wurde bewertet von:
abu(100%)

Texte:
abu
  
  
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