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leer Michael


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
***** **** ** ** ***** - **** ***** 85%
 

 
Ist dies der größte Musikfilm aller Zeiten? Für alle, für die Michael das große Idol ist, sicherlich. Dies liegt an einer äußerst souveränen Leistung von Regisseur Amtoine Fuqua, den Michael-Darstellern Juliano Valdi und Jaafar Jackson aber auch an Nebendarstellern wie Colman Domingo als Vater Joseph Jackson – und natürlich an der vor allem zum Filmende hin großzügig eingesetzten Originalmusik von Michael Jackson.

Michael (2026)


Michael gliedert sich in drei Teile: Zunächst erfährt man mehr über die Jugendjahre und die Anfänge der Jackson Five, anschließend erlebt man den inzwischen erwachsenen Michael bei seinen ersten Solo-Erfahrungen. Im letzten Drittel beginnt die – auch optische – Verwandlung zu der Person, die die meisten von uns wohl in Erinnerung haben – bis zu einem Konzerthöhepunkt in seinem Leben. Genau hier erfährt der Film dann auch ein abruptes Ende. Wir alle wissen, die Geschichte geht weiter, aber der Drehbuchautor John Logan hat sich weitestgehend auf filmisch schön umzusetzende Momente konzentriert und bedient damit die Masse der Fans, der mehr über den Aufstieg ihres Superstars sehen möchten und weniger an den schwierigen letzten Jahren interessiert sind.

Was einen echten Michael-Fan ausmacht, fängt Antoine Fuqua in epischer Breite in der finalen Konzertszene ein, in der Bühnenaufnahmen mit vor Begeisterung ausrastenden Fans und immer wieder auch ohnmächtig aus der Masse Gerettete von der Kamera eingefangen wurden. Einen ersten Eindruck, ob Mitglieder dieser Fangruppe auch im Kinosaal sind, kann man bereits bekommen, wenn in den ersten Sekunden das Universal-Logo über die Leinwand huscht…

Michael (2026)
Die "Jackson Five" haben Spaß - oder ist es einfach nur Business?

Darstellerisch kann „Michael“ voll und ganz überzeugen. Dies fängt bei kleinen Nebenrollen, wie der von Mike Myers als CBS-Chef Walter Yernikoff an, geht über Colman Domingo als Vater Joseph Jackson zum von Juliano Valdi dargestellten jungen Michael bis zum überragend aufspielenden Jaafar Jackson. Juliano Valid und Colman Domingo bauen in ihrer Darstellung des gestörten Vater-Sohn-Verhältnisses gleich zu Anfang das Fundament, durch das Michaels spätere Isolation erklärt wird. Die allgegenwärtige Angst, die Michael vor seinem Vater hat, wird dabei mit den Augen, der Körpersprache und im Tonfall der Stimmen gut vermittelt.

In den ersten Momenten, in denen Jaafar Jackson in Erscheinung tritt, fremdelt man zunächst ein wenig mit diesem Darsteller. Mit seinem runden Gesicht und seiner Frisur und seiner Nase besteht anfangs viel zu wenig optische Ähnlichkeit mit dem Michael, den wir in unserer Erinnerung vor Augen haben. Doch dies ändert sich im Verlauf des Films in kleinen, aber stetigen Schritten.

Michael (2026)
Die optischen Veränderungen an Michael (Jafaar Jackson) werden deutlicher...

Antoine Fuqua und John Logan zeigen nur wenige höchst dramatische Moment aus Michaels Leben – einer davon ist das schicksalhafte Ende der Produktion einer Pepsi-Werbung, bei der, wie die meisten wissen dürften, Michael aufgrund eines Pyrotechnik-Unfalls schwerste Verbrennungen erlitt und in dessen Folge er auf starke Schmerzmittel angewiesen war.

Fuqua wollte offenbar auf keinen Fall den gleichen Fehler machen, wie andere Musikfilm-Regisseure vor ihm und sich später vorwerfen lassen, er hätte die Musik immer nur angespielt. Deshalb gibt es zahlreiche lange Passagen aus Musikvideoproduktionen und gerade die letzten 10 Minuten sind schon regelrecht konzertlastig. Hier wirken zwar die teilweise KI-generierten Menschenmassen im Stadion unecht, die Musik kann aber vollends überzeugen und reizt die akustische Ausstattung des Kinosaals aus. Auch der Abspann bietet anschließend noch eine Nachschlag aus der großen Auswahl an Originalaufnahmen von Michael Jackson und den Jackson Five, die in diesem Film zu hören sind.

Michael (2026)
Colman Domingo überzeugt als Vater Joe Jackson.

Michael (2026)
für alle Bilder gilt:
© 2026 Lionsgate

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Fakten
Originaltitel:
Michael
 
deutscher Kinostart am:
22.04.2026
 
Genre:
Musikfilm / Biographie / Drama
 
Regie:
Antoine Fuqua
 
Länge:
ca. 128 Minuten
 
FSK der Kinofassung:
ab 6 freigegeben
 
Kinoverleih:
Universal
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Frank (93%) & RS (77%)
 
Texte:
RS
 
Bilder wurden bereitgestellt von:
Lionsgate
 
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