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leer Maria Stuart, Königin von Schottland


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Mit der Verfilmung der historischen Begebenheiten um Maria Stuart (Saoirse Ronan) und Elisabeth I. (Margot Robbie) wagt sich die Theaterregisseurin Josie Rourke erstmals auf die Kinoleinwand. Hierbei legt sie den Fokus auf die feministische Seite der männerdominierten Welt des 15. Jahrhunderts.

Maria Stuart, Königin von Schottland


Der Film beginnt mit seinem Ende - der durch Elisabeth I. angeordneten Enthauptung ihrer Cousine Maria Stuart.

Maria Stuart (Saoirse Ronan) kehrt, nachdem Sie die Krone als Königin von Frankreich an ihre Schwiegermutter abtritt, nach Schottland zurück, um als rechtmäßige Erbin dort den Thron zu besteigen. Sie betritt das Land zu einem Zeitpunkt, in dem es durch Religionsstreiterein zwischen Katholiken und Protestanten tief gespalten ist.

Bis zu ihrer Rückkehr hat ihr Halbbruder James (James McArdle) die Geschicke des Landes gesteuert. Er ist mit der Krone in den Händen einer katholischen Frau nicht einverstanden und lehnt sich öffentlich gegen Maria Stuart auf. Als Folge verbannt sie ihn vom Thron.

Zusammen mit dem Reformator John Knox (David Tennant), der Stuart ebenfalls nicht auf dem Thron sehen will, stellt James eine Armee gegen Maria Stuart auf. Diese wird jedoch besiegt und Maria Stuart kann ihre Position festigen.

Maria Stuart, Königin von Schottland
Maria Stuart (Saoirse Ronan) und ihr Gefolge.

Elisabeth (Margot Robbie) erfährt von der Rückkehr ihrer Cousine nach Schottland und sieht gleichzeitig ihre Position als Königin von England durch Stuarts geburtsrechtliches Anrecht in Gefahr.

Um keinen Krieg zwischen den Ländern zu riskieren macht Maria Stuart den Vorschlag, dass sie Elisabeth als Königin von England anerkennt, wenn sie im Gegenzug nach ihrem Ableben die Krone an sie weitergibt.

Elisabeth macht im Gegenzug den Vorschlag, dass Maria Stuart ihren Geliebten Robert Dukley (Joe Alwyn) heiratet. Sie verspricht sich davon mehr Einfluss auf den schottischen Thron nehmen zu können. Maria allerdings entscheidet sich, Lord Darnley (Jack Lowden) zu heiraten. Bereits in der Hochzeitsnacht erwischt sie ihren neuen Ehemann mit ihrem Sekretär Rizzio (Ismael Cruz Cordova) im Bett.

Rizzio ist ein enger Vertrauter Maria Stuarts und sie vergibt ihm, dass er sie mit ihrem Mann betrogen hat. Die Adligen am Hof starten derweil eine Intrige gegen Maria Stuart, deren Politik sich nicht mehr mit den Interessen der Adligen vereinbaren lässt. Sie unterstellen Rizzio eine Affäre mit Maria Stuart und zwingen Darnley, Rizzios Todesurteil zu unterschreiben. Dieser wird vor den Augen der mittlerweile hochschwangeren Maria Stuart erstochen. Als Maria Stuart erfährt, dass ihr Mann die Hinrichtung unterschrieben hat, verbannt sie diesen vom Hof und verbietet ihm, seinen Sohn zu sehen.

Darnley wird Opfer eines Attentats und Maria Stuart erkennt, dass sie in Schottland nicht mehr sicher ist. Sie bittet ihre Cousine Elisabeth um ein Treffen und um Schutz in England.

Maria Stuart, Königin von Schottland
Elisabeth I. (Margot Robbie), Königin von England.


Mit den beiden Hauptdarstellerinnen Margot Robbie ("I, Tonya") und Saoirse Ronan ("Lady Bird") hat Regisseurin Josie Rourke zwei Darstellerinnen gewählt, ohne die der Film nicht funktioniert hätte.

Natürlich sind die opulenten Kostüme, die grandiosen Außenaufnahmen und die erstklassigen Kulissen ein Augenschmeichler sondergleichen. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rourke eine sehr schleppende Inszenierung vorgenommen hat.

So wird die Intrige am schottischen Hof zwar thematisiert, aber durch ständige Sprünge zu anderen, parallelen Handlungssträngen unnötig in die Länge gezogen. Mit der Folge, dass man bei der Geschichte als solches schnell den Überblick verliert. So wird z.B. die Rolle von John Knox und Stuarts Halbbruder nur häppchenweise serviert und erst eine geschichtliche Recherche im Anschluss an den Film offenbart die tatsächliche Tragödie hinter diesem Komplott und dessen Folgen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Besetzung der Nebenrollen. Natürlich ist Diversität wichtig und muss in Filmen viel mehr Gewichtung finden. Es ist jedoch die Frage, inwieweit ein Film mit geschichtlichem Hintergrund tatsächlich People of Color als adlige Höflinge aufnehmen sollte. Oder ob es zwingend notwendig ist, eine homosexuelle Liebschaft hinzuzudichten, für die es geschichtlich keine Hinweise gab.

Maria Stuart, Königin von Schottland
Sekretär Rizzio (Ismael Cruz Cordova) betrügt Maria Stuart mit deren Ehemann...

Absolut sehenswert ist jedoch die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarstellerinnen. Saoirse Ronan spielt Maria Stuart in allen Facetten überzeugend. Sowohl die Rolle der starken Monarchin, die dem männerdominierten Hof die Stirn bietet, als auch die Frau, die mitansehen muss, wie Rizzio ermordet wird, gelingt ihr mühelos.

Als Gegensatz Margot Robbie, die als Elisabeth eine würdevolle, unterkühlte Art hat, die nur kurzzeitig ihre Contenance verliert, um dann sofort wieder die Königin von England zu sein.

Den Kontrast zwischen den beiden Monarchinnen zu verdeutlichen, gelingt Rourke mit einer der stärksten Szenen des Films: Die Geburt ihres Sohns durch Maria Stuart und gleichzeitige Überblendung zu Elisabeth, die die gleiche Pose hat wie Maria Stuart aber anstatt neues Leben Blumen aus Papier bastelt.

Im Fazit sollte man für diesen Film Geduld mitbringen. Auch muss man darüber hinwegsehen, dass Rourke viele geschichtliche Aspekte eigenwillig interpretiert hat. Ob man dann final politische Korrektheit zugunsten der Authentizität Vorrang geben sollte, muss jeder für sich entscheiden.

Maria Stuart, Königin von Schottland
Reformator John Knox (David Tennant) ist auch gegen Maria Stuart.

Maria Stuart, Königin von Schottland

Maria Stuart, Königin von Schottland

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Fakten
Originaltitel:
Mary Queen of Scots
 
deutscher Kinostart am:
17.01.2019
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
23.05.2019
 
Genre:
Historiendrama / Biographie
 
Regie:
Josie Rourke
 
Dieser Film wurde bewertet von:
AL(48%)
 
Texte:
AL
 
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