entertainweb Cineclub Facebook Twitter
Cineclub - Kino und mehr


Escape Room


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
* ** ** * * * * ** 32%
 

 
Zu seinem 30. Geburtstag bekommt Tyler (Evan Williams) von seiner Freundin Christen (Elisabeth Hower) Gutscheine für sich und seine Freunde für ein Live Escape Room Spiel. Noch ahnt Tyler nicht, welche Schrecken ihn in dem Spiel erwarten - und den Zuschauer.


Tyler (Evan Williamsfeiert zusammen mit seinen Freunden seinen 30. Geburtstag. Von seiner Freundin Christen (Elisabeth Hower) bekommt er als Geschenk Gutscheine für ein Live Escape Room Spiel. Noch bevor das eigentliche Spiel beginnt, wird die Gruppe getrennt und kommt in unterschiedliche Räume.

Um aus den Räumen zu entkommen, müssen Rätsel gelöst werden, die dafür sorgen, dass die Gruppe das Spiel gewinnt und den Escape Room wieder verlassen kann.

Escape Room
Guck mal was ich gefunden habe, eine tolle Karte, oder?

So sind z.B. Natasha (Annabelle Stephenson) und Anderson (Dan J. Johnsen) mit einer Art Handschellen und Seil miteinander verknotet und müssen versuchen, sich zu befreien.

Tyler ist alleine in einem Raum mit Fernsehern, Zeitschriften und Uhren. Er kann in einer Tür eine Luke öffnen, durch die er mit Natasha und Anderson sprechen kann. Gemeinsam finden sie einen Weg, die Tür zu öffnen und somit als erste Teilgruppe die weiteren Lösungen zu finden.

In einem anderen Raum ist das Pärchen Tabby (Kelly Delson), Tylers Schwester, und ihr Freund Conrad (John Ierardi) gefangen. Nach einigen Kopulationsversuchen - ja, in einem Live Escape Room Spiel wird man natürlich total horny - wird die heiße Liebesaktion von einem Säurenebel jäh unterbrochen.

Da endlich dämmert es den verbleibenden Überlebenden, dass hinter all dem mehr steckt (oder auch nicht).


Wer Escape Room Spiele nicht kennt hier eine kurze Erklärung: Die Spiele gibt es zu Hauf als Apps für das Handy. Man wird in einen Raum eingesperrt und muss durch Hinweise Rätsel lösen, um aus dem Raum (bzw. den Räumen) zu entkommen. Die Spiele sind kurzweilig sorgen für Unterhaltung und strengen tatsächlich ein wenig den Grips an. Mittlerweile hat man diese Form von Spielen in die Realität geholt, so gibt es in fast jeder größeren Stadt mittlerweile Live Escape Room Spiele.

Will Wernick hat dies nun benutzt, um einen Horrorfilm zu drehen, der diese Thematik aufgreift, hat dies mit Saw in den Mixer geworfen und einen unangenehm schmeckenden Cocktail von Nichtigkeiten geschaffen.

Die ersten 30 Minuten passiert in dem Film nichts. Wirklich. Es passiert gar nichts. Wieso man eine Autofahrt zu einer Geburtstagsparty auf 10 Minuten sinnbefreite Dialoge erstrecken muss, bleibt mir ein Rätsel. Die Geburtstagsparty selber soll wohl der Einführung aller Charaktere dienen. Als da wären die stereotypischen Horrorfilmfiguren: Das naive dauergeile Blondchen (mit stets bereitem Deckhengst), die toughe, nichts erschreckende, alles schon erlebte Superfrau usw. usf. Unnötig auf die Anderen einzugehen - versprochen.

Als die Gruppe dann in dem Spiel ankommt, entwickelt der Film endlich ein wenig Spannung, für 15 Minuten entkommt man tatsächlich mal seiner Lethargie, schaut etwas gebannter auf die flackernden Bilder, nur um dann wieder in eine Art Wachkoma zu verfallen - und sehnlichst dem Ende des Films entgegen zu träumen.

Die Schauspieler spielen durch die Bank seelenlos einen Plot herunter. Auch Evan Williams (bekannt aus der Fernsehserie „Versailles“) kommt nicht über Mittelmaß hinaus. Es gelingt hier absolut keine Identifikation mit einer der Figuren zu finden. Allesamt sind sie völlig ohne Tiefgang und man kann weder Sympathien noch Antipathien entwickeln.

Escape Room
Oh Mann, Escape Room und Augenbinde... Macht mich scharf wie Nachbars Lumpi.

Das Setting überzeugt allerdings, die Räume sind interessant eingerichtet und die Rätsel, die gelöst werden müssen, sind wirklich gut umgesetzt (hier verschenkt Will Wernick Potenzial). Leider allerdings wird ein Rätsel durch die schlechte Dialogregie in der Synchronisation völlig ad absurdum geführt: Die Gruppe muss, ähnlich einem Kreuzworträtsel, ein Lösungswort finden. Dieses Wort besteht aus 9 Buchstaben. Durch einen Hinweis kommen sie auf ein Lösungswort, nämlich Egomane. Also soll das Wort „Egomane“ (7 Buchstaben) eingegeben werden.. Zitat aus dem Film „Versuchs mal mit Egomane“. Sichtbar eingegeben wird dann das englische Wort „Egomaniac“. Das sind Fehler, die dürfen einfach nicht passieren, hier wäre mehr Kreativität gefragt.

Die Synchronsprecher agieren dabei wie die Schauspieler: Belanglos und langweilig wird der Text runtergesprochen. Auch hier fehlt jeglicher Tiefgang, um eine gewisse Atmosphäre aufzubauen. Und wieso Christen die ganze Zeit nackt in einem Käfig sein muss, wird auch nicht wirklich erklärt. Vermutlich ist der Hauptgrund junge männliche Zuschauer anzusprechen, da Elisabeth Hower bei den seltenen Einblendungen zwar nicht gut schauspielert, aber wenigstens ganz toll ihre Brüste in die Kamera wackeln lassen kann.

Escape Room
Hilfe, ich bin nackt in einem Käfig und weiß nicht wieso.

Die Auflösung des Films ist dann am Ende keine und man merkt stark, dass Will Wernick hier versucht hat, bei Saw abzukupfern.

Bleibt am Ende noch etwas zu dem Sound zu sagen. Es ist wirklich nicht förderlich für die Stimmung eines Horrorfilms, die ganze Zeit Fahrstuhlklaviermusik spielen zu lassen. Aber vielleicht war das Absicht und man wollte die Zuschauer einschläfern, damit sie nicht so viel von dem Film mitbekommen. Wer weiß...

Escape Room

Jetzt escape room (sofern schon verfügbar) auf DVD übers Internet ausleihen
oder die DVD bei momox.de verkaufen.





 

 
Fakten
Originaltitel:
Escape Room
 
auf DVD/Blu-ray/VoD ab:
15.12.2017
 
Genre:
Horror / Thriller
 
Regie:
Will Wernick
 
Dieser Film wurde bewertet von:
AL(32%)
 
Texte:
AL
 
Diesen Film bewerten!
 




Newsletter: So wird keine neue Filmkritik verpasst! eMail-Adresse:

[Film bewerten]

zurück zum Filmarchiv
zurück zur Wertungsübersicht
zurück zur Cineclub-Homepage

(c) 2017 Cineclub, Bochum für alle Texte, die Rechte an den Bildern liegen beim jeweiligen Filmverleih.