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Mama


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** - **** *** **** ** *** **** 78%
 

 
Zwei junge Mädchen, jahrelang in der Wildnis verschollen, werden vom Onkel und seiner Freundin (Jessica Chastain) aufgenommen. Doch wer ist die eifersüchtige Mama, von der die Mädchen reden? Dieser Horror-Thriller ist der erste Langfilm von Andy Muschietti. Trotz einiger kleiner Mängel atmosphärisch und gruselig.

Mama (präsentiert von Guillermo del Toro)


Völlig verzweifelt wegen der Finanzkrise ermordet Jeffrey Desanges (Nikolaj Coster-Waldau) 2008 seine Geschäftspartner und seine untreue Frau, schnappt sich seine beiden äußerst jungen Töchter und flüchtet. Nach einem Autounfall im Schnee sucht Jeffrey mit den kleinen Mädchen Zuflucht in einer verlassenen Berghütte. Dort will er den Kindern und sich selbst das Leben nehmen, doch dazu kommt er nicht mehr…

Fünf Jahre später lässt Jeffreys Bruder Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) immer noch nach seiner verschwundenen Familie suchen und hat dafür fast all sein Geld aufgebraucht. Seine Freundin Annabel (Jessica Chastain), die in einer Rockband spielt, glaubt im Gegensatz zu ihm nicht mehr an ein Wunder. Doch genau dieses geschieht: der Suchtrupp stößt auf das Autowrack und findet in der Berghütte die beiden verwilderten, schlecht ernährten Mädchen, die in eine Klinik aufgenommen werden.

Mama (präsentiert von Guillermo del Toro)
Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) und seine Freundin
Annabel (Jessica Chastain) nehmen Lucas' Nichten auf.

Das ältere Mädchen Victoria (Megan Charpentier) war im Gegensatz zu ihrer 6-jährigen Schwester Lilly (Isabelle Nélisse) alt genug, um sprechen zu können. Nicht nur fasst Victoria sehr viel schneller Vertrauen zu ihrem Onkel Lucas, sie berichtet dem betreuenden Psychiater Dr. Gerald Dreyfuss (Daniel Kash) unter Hypnose auch, dass sich in den fünf Jahren "Mama" um sie gekümmert hat. Dr. Dreyfuss glaubt, dass Mama nur eine dissoziative Identitätsstörung Victorias ist.

Nach einem Vormundschaftsstreit mit Jean Podolski (Jane Moffat), der Großtante der Mädchen, ziehen Lucas und Annabel unter der Betreuung von Dr. Dreyfuss mit den Mädchen in ein neues Haus. Erst scheinen sich die Mädchen ganz gut zu entwickeln, doch dann fällt Lucas nach einem Unfall ins Koma und Annabel entdeckt, dass sie vielleicht doch nicht alleine mit den Geschwistern im Haus ist. Mama will ihre Mädchen beschützen und wird schnell eifersüchtig...

Mama (präsentiert von Guillermo del Toro)
Psychiater Dr. Dreyfuss (Daniel Kash) betreut die Mädchen.


2008 drehte das argentinische Geschwisterpaar Andrés und Barbara Muschietti den dreiminütigen Kurzfilm "Mamá" in Barcelona, Spanien, und sorgte damit auf Filmfestivals weltweit für Aufsehen. Auch Guillermo del Toro ("Pan's Labyrinth", "Hellboy", "Der Hobbit") wurde darüber auf die beiden Filmemacher aufmerksam und sorgte als ausführender Produzent dafür, dass die Langfilmfassung "Mama" entstehen konnte – der erste Langfilm von Andy Muschietti. Die Marketingabteilung von Universal setzt – unverständlicherweise – auf den Namen del Toros als Zugpferd statt beispielsweise auf den der zweifach Oscar-nominierten Schauspielerin Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty", "The Help").

Unser Rezensent ist eigentlich kein Fan von Horrorfilmen und darum auf diesem Feld nicht bewandert genug, um den Film in einen Kontext zu setzen. Dennoch war der Kurzfilm mit seiner reduzierten Ästhetik und der äußerst effektiven Atmosphäre so reizvoll, dass er auch die Langfilmversion sehen wollte – zumal der Kurzfilm altmodischen Grusel statt Effekthascherei oder Blutspritzorgien versprach.

Mama (präsentiert von Guillermo del Toro)
Etwas ist mit im Haus...

Tatsächlich hat "Mama" starke Tendenzen zum Psychothriller und das Thema Mutterschaft wird fast allegorisch behandelt in diesem Wettstreit von Mama und der ungewollten Stiefmutter. Einige Elemente der Geistergeschichte sind schon früh im Lauf des Films bekannt. Dennoch funktionieren die Spannung und der über Toneffekte und Bilder erzeugte Grusel ziemlich gut. Der Film hat zwar ein paar Schwächen wie nicht so gut ausgearbeitete Nebencharaktere, aber optisch ist der Film sehr ansprechend. Besonders erwähnenswert ist die darstellerische Leistung der beiden Kinderdarstellerinnen, die den Film mehr tragen als z.B. Chastain.

Wir vermögen nicht einzuschätzen, ob das für Horrorfilme etwas ungewöhnliche Ende sowie der Film als Gesamtwerk jene überzeugen wird, die mit dem Genre besser vertraut sind, oder vielleicht für Frust oder unfreiwillige Komik sorgt. Aber unser Rezensent kann Horrorfans trotzdem empfehlen, dem wie wir finden sehr ordentlichen Film eine Chance zu geben. Und vielleicht werden auch diejenigen, die sonst nicht so für Horrorfilme sind, an diesem Film Gefallen finden können.

Mama (präsentiert von Guillermo del Toro)


  • Der dänische Darsteller Nikolaj Coster-Waldau spielt im fast zeitgleich im Kino startenden Tom-Cruise-Film "Oblivion" mit.
Den dreiminütigen Kurzfilm "Mamá" von 2008 könnt ihr hier mit einer Einführung von "Mama"-Produzent Guillermo del Toro sehen:

Mama (präsentiert von Guillermo del Toro)

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Fakten
Originaltitel:
Mama
 
deutscher Kinostart am:
18.04.2013
 
Genre:
Horror / Thriller
 
Regie:
Andy Muschietti
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(78%)
 
Texte:
Martin
 
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