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Die Eiskönigin – Völlig unverfroren


  
Als die magischen Kräfte der jungen Königin Elsa außer Kontrolle geraten und das Königreich vereisen, versucht ihre Schwester, Prinzessin Anna, sie zurückzuholen. Disneys Wintermärchen ist nicht so witzig, wie der Titelzusatz vermuten lässt, aber brav unterhaltsam.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

28.11.2013:
Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

*** *** ****
*** ** **
*** *** 68%
  
Genre:

3D-Animationsfilm / Dramödie

  

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Regie: Chris Buck & Jennifer Lee
  

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Inhalt:

Bereits als sie noch Kinder sind, kann Prinzessin Elsa ihre kryokinetischen Kräfte nicht gänzlich kontrollieren und tötet beim Spielen ihre jüngere Schwester Anna beinahe. Deswegen schotten ihre Eltern, das Königspaar, die beiden Kinder voneinander und von der Außenwelt ab. Auch nach dem Tod der Eltern hält Elsa ihre Schwester von sich fern, denn ihre Angst wächst im selben Maß wie ihre Kräfte. Zu ihrer Krönung werden die Schlosstore nach vielen Jahren wieder geöffnet. Bürger, Handelspartner und Fremde strömen herbei, um der Krönung beizuwohnen.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
 
Trotz ihrer Nervosität schafft Elsa es, die Zeremonie ohne Vorfall hinter sich zu bringen. Doch als Anna sich auf den ersten Blick in den Prinzen Hans verliebt, verliert Elsa im Streit die Kontrolle über ihre Fähigkeiten. Weil sie wegen ihrer eisigen Kräfte gefürchtet und verachtet wird, flieht Elsa in ein einsames Exil in den Bergen. Aber ein ewiger Winter liegt über dem Königreich Arendelle und so zieht Anna los, um ihre Schwester zurückzuholen, damit diese den Sommer zurückbringt.

  

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
Kritik:

"Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" ist endlich wieder ein Film mit einem weiblichen Hauptcharakter und einer zweiten wichtigen Frau. Und ja, sie reden nicht nur (aber auch) über Männer, sondern ebenfalls über ihre Beziehung zueinander. Vielerorts wird der Film bereits wieder als weibliche Ermächtigung gefeiert.

Ob Geena Davis mit ihrem Institute on Gender in Media und andere Verfechter einer gleichberechtigten Darstellung weiblicher Charaktere im Film mit "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" zufrieden sein werden? Was Filmemacherinnen und Frauenfilmfestivals weltweit beklagen, wird von Studien des Institutes der Schauspielerin belegt: weibliche Figuren sind nicht nur völlig unterrepräsentiert, sondern in vielen Fällen bloße Staffage. Standardrollen sind die romantisch Angebetete oder die Jungfrau in Nöten, die gerettet werden muss. Mit drei völlig banalen und umso erschütternderen Fragen lässt sich mit dem Bechdel-Test herausfinden, wie ernst die Filmemacher ihre weiblichen Charaktere nehmen:
1. Gibt es mehr als eine Frau im Film (und haben sie einen Namen)?
2. Sprechen die Frauen miteinander?
3. Reden die Frauen miteinander über etwas anderes als Männer?

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
 
Disney hatte in einigen Filmen – aber ebenso unterdurchschnittlich wenigen – weibliche Figuren zum Handlungsträger gemacht: Mulan war dabei vermutlich der stärkste Charakter. Pocahontas und Tiana in "Küss den Frosch" waren ebenfalls nicht völlig romantisch getrieben wie Arielle. Doch im Vergleich zu den Horden männlicher Hauptcharaktere ist auch dies erschreckend wenig an angemessener weiblicher Repräsentanz. Auch Pixars Merida ist eine angenehme weibliche Abweichung, jedoch im selben Verhältnis: erst im 13. Spielfilm des Erfolgsanimationsstudio gab es eine weibliche Hauptfigur.

+++Vorsicht: Spoiler+++
"Die Eiskönigin" vom Regieduo Jennifer Lee und Chris Buck hat aber nicht nur eine Handlungsträgerin, sondern setzt ebenso wie "Küss den Frosch" auf früher einmal üblichen Gesang – etwas, dass Disney bei jungsorientierteren Filmen seit langem nicht mehr in dieser Form gemacht hat. Auch ist Elsas Eispalast etwas barbie-plastikhaft und die Stupsnasen der beiden Schwestern extrem geraten. Zumindest muss Anna am Ende nicht von einem Mann gerettet werden, auch wenn es fast die ganze Zeit über bis zur Auflösung am Schluss so wirkt.

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren
 
An sich ist dieser neue Disney-Film ein ordentlicher Standardfilm: nicht übermäßig witzig (auch wenn der 'gewitzte' Titelzusatz dies vermuten lässt), aber doch unterhaltsam; nicht wirklich neu, aber doch angenehm abwechslungsreich und halbwegs kurzweilig. Natürlich greift Disney wieder zu den allbekannten Zutaten: etwas Romantik, etwas Abenteuer, etwas Musik und Gesang (der mich nicht besonders überzeugt hat) und die obligatorischen anthropomorphen Nebenfiguren, die für etwas Humor und Drolligkeit sorgen (hier in Gestalt des Schneemanns Olaf).

Letztendlich ist die Umsetzung solide, aber bestimmt keine allzu große Ermächtigung für weibliche Charaktere (sondern eher eine kalkulierte Ausnahme, um in den nächsten vielen Filme wieder männlichen Handlungsträgern das Feld zu überlassen). Und wenn darüber gesprochen wird, dass sich "Die Eiskönigin" auf das Hans-Christian-Andersen-Märchen "Die Schneekönigin" bezieht, so ist dies sehr weit hergeholt. Es ist allerhöchstens eine sehr freie Inspirationsquelle.

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Originaltitel: Frozen
   

Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(68%)

Texte:
Martin

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