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We Need to Talk About Kevin


  
Was ist Schlimmes und Unverzeihliches im Leben von Eva (Tilda Swinton) geschehen und warum hat sich ihr Sohn Kevin in einen sadistischen Satansbraten entwickelt? In Cannes uraufgeführter Drama-Thriller von atmosphärischer Dichte.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

16.08.2012:
We Need to Talk About Kevin

**** ** ****
* *** *
**** ***** 87%
  
Genre:

Drama / Thriller

  

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Regie: Lynne Ramsay
  

We Need to Talk About Kevin (mit Tilda Swinton)
Inhalt:

Eva Khatchadourian (Tilda Swinton) erwacht in einem Haus, das mit roten Farbbomben beschmiert worden ist. Der Nachbarsjunge beäugt sie seltsam und mit einem schlechten Gefühl fährt sie zu einem Vorstellungsgespräch als Sekretärin in einem Reisebüro. Einstmals hat sie als Autorin gelebt, nun ist sie dankbar für jedweden Job, den sie bekommt. Trotz ihrer Vorgeschichte wird Eva eingestellt, doch schon direkt vor der Tür wird sie von einer Passantin attackiert. Was hat Eva Schlimmes und Unverzeihliches gemacht?
 
Eva versucht zu rekonstruieren, wie es zu diesem „Vorfall“ kommen konnte, der ihr Leben derart ruiniert hat und in den ihr mittlerweile volljähriger Sohn Kevin (Ezra Miller) involviert ist. Schon direkt nach Kevins Geburt hatte Eva ein schwieriges Verhältnis zu ihm. Evas Ehemann Franklin (John C. Reilly) tat Kevins Verhalten als normal für Jungen ab. Eva spürte, dass Kevins schwieriges Verhalten und merkwürdige Vorfälle ihr galten. Doch woher stammte Kevins Ablehnung und Böswilligkeit?

  

We Need to Talk About Kevin (mit Tilda Swinton)
Kritik:

„We Need to Talk About Kevin” beginnt mit verstörenden Horrorthriller-Elementen, die besonders auf akustischer Ebene wirken. Klassisch sind die Orientierungslosigkeit, das Albtraumhafte und dann das einsam und seltsam singende Mädchen in der Küche. Sofort wird die unwohle Stimmung aufgebaut, die einen den gesamten Film über begleitet, der sich zu einem beeindruckenden wie bedrückenden Thriller-Drama über das Mutter-Sohn-Verhältnis entwickelt.

Dass Kevin kein Name, sondern eine Diagnose ist, das wissen wir ja spätestens seit der in einem Spiegel-Artikel von 2009 erwähnten Masterarbeit. So wird auch der deutsche Filmzuschauer direkt beim Filmtitel ahnen, dass ihn etwas Anormales, vielleicht sogar krankhaft Psychopathisches erwartet. In der Tat ist auch der Kevin dieses Films nicht nur seltsam, sondern entwickelt sich zum Paradebeispiel des Anti-Kinds, einer Verkörperung des Bösen ähnlich „Die Saat des Bösen“.

We Need to Talk About Kevin (mit Tilda Swinton)
 
Autorin-Regisseurin Lynne Ramsey schuf diesen Drama-Thriller auf der Grundlage des gleichnamigen Romans von Lionel Shriver. Ramsey springt fragmenthaft durch verschiedene Zeitebenen und spannt dadurch einen Spannungsbogen bis zum Finale. Dabei wird die Mutter-Sohn-Beziehung in hauptsächlich drei Phasen (frühe Kindheit, Grundschulalter, Pubertät) beleuchtet.

Letztendlich ist „We Need to Talk About Kevin” ein Anti-Pädagogik-Film. Wer nach diesem Film noch eigene Kinder möchte, ist selbst schuld. Paradoxerweise ist dies ein Psychothriller, der ein größeres Genrepublikum ansprechen sollte. Es ist ein Blick in den Geist einer rat- und hilflosen Mutter, die unfreiwillig schwanger wurde. Immer schwingt die Unsicherheit mit, ob Kevins sadistische Ader von Evas eigener Ablehnung herstammt, welche sie durch übertriebenes Bemühen und erkennbar gequälte Gutmütigkeit zu maskieren versucht.

We Need to Talk About Kevin (mit Tilda Swinton)
 
Der wichtigste Träger des Films ist natürlich die fabelhafte Tilda Swinton (Oscar für „Michael Clayton“) mit der wohl besten Leistung ihrer vielseitigen Karriere. Doch würde der Film nicht funktionieren ohne den richtigen Kevin, bzw. die drei unterschiedlich alten Darsteller: Rock Duer, Jesper Newell und Ezra Miller. Sie verkörpern das Erwachsen von autistisch wirkender Eigenwilligkeit über ein kleines Monster bis zum sadistischen Teenager, der mit dämonischer Absicht seiner Mutter zusetzt.

Eigentlich gibt es nicht viel mehr über Kevin zu reden. Wir empfehlen, sich den Film selbst anzuschauen, wenn ihr nicht zu zimperlich seid. Obwohl nicht wirklich etwas Gewalttätiges direkt zu sehen ist, sind die Bösartigkeiten und Vorkommnisse nicht ohne.

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We Need to Talk About Kevin (mit Tilda Swinton)
Hintergrund:
  • Die 1950 geborene Schottin Tilda Swinton hat bereits in so unterschiedlichen Filmen wie den großen Hollywood-Produktionen „The Beach“, „Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia“, „Constantine“, „Vanilla Sky“ und Arthouse-Filmen, z.B. neun Filme mit dem experimentelleren Regisseur Derek Jarman wie „Caravaggio“, „War Requiem“ und „Orlando“ mitgewirkt.
  • Aus diesem Spiegel-Artikel stammt das Zitat: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“.
   
We Need to Talk About Kevin (mit Tilda Swinton)
Originaltitel: We Need to Talk About Kevin
   
Links:
   

Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(87%)

Texte:
Martin

We Need to Talk About Kevin (mit Tilda Swinton)

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