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leer Tron: Legacy


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Sohn Sam (Garrett Hedlund) versucht seinen verschwundenen Vater Kevin Flynn (Jeff Bridges) aus dem Computersystem zu befreien, in dem er seit Jahren gefangen ist. Späte Fortsetzung von „Tron“, des ersten Films mit Computer-Animationen. Actionreiches, aber ermüdend überstilisiertes Popcornkino.

Tron: Legacy
Kevin Flynn (Jeff Bridges) verschwand vor über 20 Jahren spurlos.


Seit zwanzig Jahren ist sein Vater Kevin Flynn (Jeff Bridges), der die Spiele- und Software-Entwicklungsfirma Encom geführt hat, spurlos verschwunden. Das nagt noch immer an Sam (Garrett Hedlund), deswegen hat er die Firma nie übernommen. Stattdessen dürfen irgendwelche geldgierigen Geschäftsführer Kevins Vision der Firma zugrunderichten. Nur einmal im Jahr mischt sich Sam mit einem ausgeklügelten Streich ins Geschäft ein.

Dieses Jahr ist Kevin bei seinem Streich von der Polizei aufgegriffen worden und bekommt Besuch von Alan Bradley (Bruce Boxleitner), einem guten Freund seines Vaters. Dieser behauptet, eine Pager-Nachricht von Kevin erhalten zu haben. Als Kevin den alten Spielesalon aufsucht, entdeckt er ein geheimes Arbeitszimmer seines Vaters und findet sich plötzlich inmitten des Computerprogramms wieder, in dem sein Vater gefangen ist. Gemeinsam versuchen sie mit Hilfe von Quorra (Olivia Wilde) zu fliehen.

Tron: Legacy
Kevins Sohn Sam (Garrett Hedlund) gelangt zufällig auch
in das Computersystem Grid und erhält Hilfe von Quorra (Olivia Wilde).


Der 1982er Film "Tron" hat viele Fans, allerdings nicht weil er eine überragende Geschichte erzählt, sondern weil er als erster Film mit Computer-Animationen in die Geschichte eingegangen ist (auch damals waren sie schon in 3D berechnet). Dieses Mal dringt nicht der Programmierer Kevin Flynn, sondern sein Sohn Sam ungewollt in die digitale Welt des Computersystems Grid ein. Und dieses Mal stecken die digital produzierten Bilderwelten nicht mehr in den Kinderschuhen, sondern sind vollkommen ausgereift.

Wo "Tron" damals noch durch seine Neuartigkeit bestechen konnte, ist "Tron: Legacy" eigentlich nur eine Art Remake mit einer veränderten und etwas komplexeren Geschichte. Mehr Wendungen, mehr Action und höhere Geschwindigkeit sollen die Zuschauer packen. Dennoch wirken einige Szenen und Dialoge zu langsam, ähnlich wie in der 1982er Vorlage. Leider fehlen in diesen Momenten die nötigen aufrichtigen Gefühle, obwohl "Legacy" die emotionale Karte der Vater-Sohn-Zusammenführung ausspielt.

Tron: Legacy
Volle Bildgewalt durch ausgereifte Computergrafiken...

Den Mangel an Originalität und Gefühl versucht Regisseur Joseph Kosinski mit seinen Designern und Programmierern durch exzessive Stilisierung und geleckte CGI-Perfektion auszugleichen. Diese Perfektion ist jedoch steril und der visuelle Exzess auf Dauer ähnlich ermüdend wie in "300". Viele Szenen sind extrem dunkel und die Kontraste durch die farbigen Lichtstreifen sehr hoch. Das nervt nach einiger Zeit und macht die Augen träge.

Die Stil-Fetischisierung und die Gefühlskälte kommen nicht von ungefähr: Kosinski, der bislang Werbefilme – hauptsächlich für Ballerspiele – gemacht hat, gibt mit "Tron: Legacy" sein Spielfilm-Debüt. Er ist dermaßen von seiner Durchgestyltheit besessen, dass selbst Kevins 80er-Rechner im Versteck per Touchscreen bedient wird. So sah das in "Tron" und den 1980ern aber nicht aus. Dass Disney einem Frischling mal so eben ein 200-Millionen-Dollar-Großprojekt anvertraut, will schon was bedeuten. Aber ob er die richtige Wahl war?

Tron: Legacy
Selbst die Electro-Band Daft Punk, die immer Helme trägt,
passt perfekt ins durchgestylte Konzept.

Die Schauspieler spielen unter Kosinskis Führung recht spröde, sind aber auch nicht wirklich schlecht. Michael Sheen als Castor erinnert stark an Ruby Rhod (Chris Tucker) aus "Das fünfte Element". Auch andere Elemente wirken wie aus anderen Filmen entnommen, z.B. "Matrix" oder "Krieg der Sterne". Größtes Manko ist jedoch der digital verjüngte Jeff Bridges, der sowohl in Sams Erinnerungen als auch als Flynn-Gegenspieler Clu benutzt wird. Diese computer-generierte Figur wirkt unheimlich (s.u.) und abstoßend.

Um aus "Tron: Legacy" das größtmögliche Spektakel zu machen, hat Disney auch das Electro-Punk-Dance-Duo Daft Punk engagiert, welche weltweit mit Liedern wie "One More Time" in den Top10 der Charts stand. Daft Punk haben die Filmmusik geschrieben und tatsächlich hört man ihren Stil sofort heraus. Ihre Orchesterstücke klingen jedoch leidlich konventionell, als stammten sie von irgendeinem x-beliebigen Hollywood-Komponisten.

"Tron: Legacy" hat einige Vorzüge gegenüber dem alten "Tron": moderne Digital- und Tricktechnik und eine ausgeklügeltere Geschichte. Dennoch erreicht der Film nicht die Erwartungen, die man an dieses Projekt stellen kann. Er hätte etwas Herausragendes sein können, doch am Ende ist es einfach nur hübsches, aber recht flaches Popcornkino geworden.

Tron: Legacy


  • Der Uncanny-Valley-Effekt (zu deutsch in etwa Unheimliches-Tal-Effekt) bezeichnet insbesondere in der Robotik den Umstand, dass bei der Annäherung an menschliche Darstellung die Identifikation und Sympathie ansteigt, jedoch kurz vor der maximalen Ähnlichkeit ein Punkt erreicht wird, wo diese Sympathie plötzlich in Ablehnung umschlägt. In diesem 'unheimlichen Tal' sind die Ähnlichkeiten so groß, dass die kleinen unmenschlichen Details befremdlich wirken.
  • Steven Lisberger, der Regisseur und Autor von "Tron", zeichnet sich als Produzent für "Tron: Legacy" verantwortlich.

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Fakten
Originaltitel:
Tron: Legacy
 
deutscher Kinostart am:
27.01.2011
 
Genre:
Sci-Fi-Action / Drama
 
Regie:
Joseph Kosinski
 
Länge:
ca. 125 Minuten
 
FSK der Kinofassung:
ab 12 freigegeben
mit Eltern ab sechs Jahren erlaubt
 
Kinoverleih:
Disney
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(69%)
 
Texte:
Martin
 
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DatumUhrzeitSender
26.09.2019 23:45 Nitro
25.09.2019 20:15 Nitro
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.
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