Lukas verliebt sich während seiner Zivildienstzeit in Köln, doch hat er Angst, Fabio zu zeigen, wie er wirklich ist: im Umwandlungsprozess zum Mann. Transidenter Film aus Köln, der bei der Berlinale und auf vielen Festivals weltweit überzeugte.
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Von seinem kleinen Heimatort zieht Lukas (Rick Okon) in die Großstadt Köln, um dort seinen Zivildienst zu leisten. Prompt kommt es zu einer Verwechselung: Lukas wird im Schwesternwohnheim einquartiert. Sein Protest hilft nicht, aber zum Glück wohnt auch seine Schulfreundin Ine (Liv Lisa Fries) dort. Sie ist es auch, die Lukas überredet, sich ins Nachtleben zu stürzen. In einer schwul-lesbischen Kneipe begegnet Lukas dem Macho Fabio (Maximilian Befort), welcher ihn fasziniert.
Zu Lukas' Überraschung erwidert Fabio das Interesse an ihm und lädt ihn zum Baden am See oder zu anderen Unternehmungen ein. So sehr Lukas mit Fabio zusammen sein will, hält er sich doch immer wieder zurück – aus Unsicherheit. Lukas hat nämlich ein Geheimnis, dass er (nicht nur) vor Fabio verbirgt. In Köln weiß nur Ine, dass der als Miriam geborene Lukas körperlich noch nicht ganz Mann ist...
Kritik:
Es gibt eine Körperwahrnehmung, die der Mehrheit der Menschen fremd und womöglich unverständlich ist: das Gefühl, dass das biologische Geschlecht nicht mit der Identität übereinstimmt. Transidentität oder Transsexualität wird als (krankhafte) Identitätsstörung eingestuft, aber für Betroffene liegt das Problem eher in den enggefassten Geschlechterdefinitionen der Gesellschaft.
Der Berlinale-Beitrag „Romeos“ von Autor-Regisseurin Sabine Bernardi geht ganz behutsam auf diese andere Körperwahrnehmung ein. Tiefer in die Materie eingestiegen ist die Abgängerin der Internationalen Filmschule Köln bereits mit ihrem Kurzdokumentarfilm „Transfamily“. Obwohl „Romeos“ ein fiktiver Spielfilm ist, basiert doch der Hauptcharakter Lukas auf einer realen Person aus der Doku.
Was bewegt Miriam, ihre weibliche Heterosexualität durch Hormone und Operation gegen die männlich-homosexuelle Identität zu tauschen? Es ist eine Frage der Selbstwahrnehmung, doch auf diesen Punkt geht Bernardi nicht allzu tief ein. Vielmehr konzentriert sich ihr Spielfilm auf die Ängste und Probleme ihres Hauptcharakters Lukas, welche nach der lebensverändernden Entscheidung aufkommen.
Während des Umwandlungsprozess ist die Angst, nicht akzeptiert und als Freak abgestempelt zu werden, besonders groß, weil Attribute beiderlei Geschlechts vorhanden sind. In dieser Situation befindet sich Lukas und in dieser empfindlichen Zeit sich zu verlieben, das stellt ihn vor ein Problem. Denn um seinem Traummann nahe zu kommen, muss er sich so zeigen, wie er ist.
Bernardis „Romeos“ ist nicht der stärkste und überraschendste Film. Vieles folgt typischen Schemata. Was den Film jedoch interessant macht, das ist die Thematik, das Untypische der Geschlechterwelten, die Grauzonen zwischen Mann und Frau, Homo- und Heterosexualität. Endlich ein etwas mutigerer deutscher Film, der besonders durch den Hauptdarsteller Rick Okon glänzt.
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Hintergrund:
Einen Ausschnitt aus Bernardis Kurzdoku gibt es auf der Homepage der Regisseurin zu sehen.