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After.Life


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** * **** ** ** ** **** **** 69%
 

 
Nach einem schweren Autounfall glaubt die junge Lehrerin Anna (Christina Ricci) nicht, dass sie wirklich tot ist, und ihr Verlobter (Justin Long) will es nicht wahr haben. Bestattungsunternehmer Eliot Deacon (Liam Neeson) sieht das jedoch anders und bereitet die wahrscheinlich (oder auch nur vermeintlich) Verstorbene unbeirrt auf ihre Beerdigung vor...

After.Life


Durch die Komplexe ihrer an den Rollstuhl gefesselten Mutter und durch negative Erfahrungen in der Vergangenheit ist sich die attraktive Grundschullehrerin Anna (Christina Ricci) der Liebe ihres Verlobten Paul (Justin Long) nicht wirklich sicher. Zudem hat sich schon längst Routine bei dem jungen Paar eingeschlichen und Paul hat einen Job in Aussicht, der einen Umzug in eine andere Stadt bedeuten würde. Nun möchte er bei einem abendlichen Dinner endgültig um ihre Hand anhalten und sie ebenfalls bitten, mit ihm mit zu kommen, doch Anna deutet die Anzeichen falsch und flüchtet verzweifelt und aufgelöst mit ihrem Auto vom Restaurant.

Kurze Zeit später erwacht Anna in einem sterilen und kühlen Kellergewölbe. Es handelt sich um die Leichenhalle eines nahen Bestattungsunternehmens, wo Anna noch vor ein paar Stunden eine Beerdigung besuchte. Nun scheint sie die baldig Begrabene zu sein, doch das kann nicht sein, denn Anna fühlt sich so lebendig wie sonst auch. Die vom diensthabenden Arzt unterzeichneten Papiere des Krankenhauses sprechen jedoch eine andere Sprache und auch der Leichenbestatter Eliot Deacon (Liam Neeson) versichert der verängstigten und unsicheren Frau, dass sie gestorben ist. Deacon selbst spricht von einer Gabe, wonach er die Verstorbenen noch hören und mit ihnen sprechen kann und dass er Anna auf ihrem letzten Weg begleiten wird.

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Anna (Christina Ricci) kann nicht glauben, dass sie wirklich gestorben sein soll.

Während der Bestattungsunternehmer die verzweifelte Anna auf ihren großen und letzten Tag vorbereitet, hadert die junge Frau mit ihrem Schicksal. Derweil bereiten sich die Angehörigen auf die Beerdigung vor, nur der hinterbliebene Paul, welcher immer wieder Anna vor Augen sieht, glaubt nicht an den Tod seiner Verlobten. Auch ein Schüler aus Annas Klasse, der ebenfalls Dinge sieht, die manche Menschen nicht sehen, glaubt an das Überleben seiner Lehrerin. Als Anna eines Abends verzweifelt versucht, über das Telefon des Beerdigungsinstituts Paul zu erreichen, weckt das erst Recht dessen irrationale Sicht auf die Dinge und er sucht Deacon auf. Doch der Bestatter hat die Dinge im Griff und weiß auch den Schüler von Anna zu bekehren. Als er ihre ständigen Tiraden jedoch satt hat, bietet Deacon ihr eine letzte Chance an, es noch einmal zu versuchen und das Leben beim Schopf zu packen…

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Annas Verlobter Paul (Justin Long) begreift nicht, was passiert ist.


Im Grunde bietet dieser Streifen einige Varianten, das Gesehene zu interpretieren. In der ersten Variante ist die weibliche Hauptfigur wirklich gestorben und ihre junge Seele kann sich mit dieser Tatsache und all den verpassten Chancen in ihrem Leben (noch) nicht abfinden. Das muss sie aber und dabei hilft ihr der Bestatter, der diese besondere Gabe hat. Dass er genervt ist, aufgrund all der anderen Seelen zuvor, die noch nicht bereit waren, ist dabei kein Wunder. Und weil die verzweifelte Seele der toten Person noch nicht soweit ist und die Liebe zu einem Menschen außerhalb so groß, wirkt ihre verbliebene Energie bis nach draußen vor.

Die zweite Variante des Films wäre, dass der Bestatter die vermeintlich tote aber in Wahrheit noch lebendige Person bei sich festhält und sie beerdigen will, weil sie ihr Leben nicht sinnvoll genutzt hat und es offenbar auch nicht mehr schaffen wird. Die Spritzen sind dann zum Puls senken und Vorgaukeln des Todes. Am Ende stirbt die Person dann wirklich wegen Sauerstoffmangels im Sarg und ist nicht mehr zu retten. Die dritte Variante eine Mischung aus beiden vorherigen Optionen – ohne das jetzt zu vertiefen. Es ist nämlich vor allem das Ende um die Suche nach der Wahrheit seitens Paul. Da man mit ihm mitleidet und auch mit Anna, wird man verwirrt von den Fakten.

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Bestatter Eliot Deacon (Liam Neeson) versichert der verzweifelten Anna, dass sie verstorben ist...

Liam Neeson als Eliot Deacon sorgt für zusätzliche Verunsicherung, da er nicht besonders vertrauenswürdig wirkt, was jedoch an der jahrelangen Arbeit mit den verloren Seelen liegen kann. Sind die Spritzen, die man gegen Leichenstarre einsetzt, wirklich auch die hier gezeigten oder ist es nur das pulssenkende Mittel, welches es ebenfalls zu erwerben gibt? Und ist der Hass des Bestatters auf die jammernden Verstorbenen (oder Untoten) wirklich durch all das, was er bisher zu hören bekommen hat, begründet oder ist Deacon nur ein Menschenfeind, der Leute, die ihr Leben nicht sinnvoll nutzen, in seinem Sinne zu Grabe trägt? Hat der Schüler von Anna seine Lehrerin als Lebende oder als Geist gesehen? Wieso schließt Deacon den Leichenkeller immer ab, obwohl doch sonst niemand im Unternehmen ist? Und wieso klingt Anna bei ihrem verzweifelten Anruf bei Paul wie die Aufnahme von Geisterforschern, obwohl sie beim Blick in den Spiegel diesen mit ihrem warmen Atem anhauchen kann?

Fragen über Fragen, die mit der Phantasie des Zuschauers spielen und am Ende doch eine einfache Option bieten können… Die Darsteller (vor allem Liam Neeson) machen ihre Sache jedenfalls gut und auch das bildtechnisch hochwertige Ambietene und manch gelungene Schnitte untermalen die mysteriös angehauchte Story zusätzlich. Nettes Kammerspiel mit ein bisschen ernsthaftem und ein wenig pseudopsychologischem Anspruch.

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Fakten
Originaltitel:
After.Life
 
ohne Kinostart in:
05.08.2011
 
Genre:
Mystery / Drama
 
Regie:
Agnieszka Wojtowicz-Vosloo
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(69%)
 
Texte:
Conway
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Christina RicciSonja Spuhl
Liam NeesonBernd Rumpf
Justin LongTobias Nath



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
27.02.2016 23:50 ZDF Neo
14.02.2015 22:15 ZDF Neo
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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