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Shelter


  
Surfer und Straßenkünstler Zach (Trevor Wright) fühlt sich so sehr für seine Familie verantwortlich, dass er seine eigenen Träume für sie opfert. Erst durch Shaun (Brad Rowe), der ihm einen Schutzraum (Shelter) frei von Anforderungen bietet, findet Zach zu sich. Sehr überzeugend und einfühlsam.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

16.04.2009:
Shelter

***** * ***
** **** ***
*** ***** 87%
  
Genre:

Drama / Romanze

  

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Regie: Jonah Markowitz
  

Shelter (Pro-Fun)
Der ältere Shaun (Brad Rowe) ist dem 22-jährigen Zach (Trevor Wright) mehr als ein Freund.
Inhalt:

Zach (Trevor Wright) lebt in San Pedro, einem kleinen Ort 30 Kilometer südlich von Los Angeles. Von der Kunsthochschule CalArts abgelehnt jobbt der 22-Jährige in einem Imbiss, um seine dysfunktionale Familie, den behinderten Vater und die allein erziehende Schwester Jeanne (Tina Holmes) mit ihrem 5-jährigen Sohn Cody (Jackson Wurth), selbstlos zu unterstützen. Weil Jeanne Cody häufig bei Zach ablädt, um selbst feiern zu gehen, bleibt Zach wenig freie Zeit, um ein bisschen Straßenmalerei zu betreiben oder surfen zu gehen. Mit seiner Freundin Tori (Katie Walder) läuft es gerade auch nicht so gut.

Um ein bisschen Abstand zu gewinnen und eine gescheiterte Beziehung und eine Schreibblockade abzuschütteln, kehrt Shaun (Brad Rowe) aus L.A. zurück ins Haus seiner Eltern, das einige Wochen leer ist. Shaun und Zach kennen sich seit ihrer Kindheit, zumal Shaun der ältere Bruder von Zachs bestem Freund Gabe (Ross Thomas) ist. Während Zach aus sozial schwachen Verhältnissen kommt, geht es Gabe und Shaun finanziell gut. Übers Surfen freunden sich Shaun und Zach ein wenig an, was für Jeanne Grund genug ist, Zach vor Shauns Homosexualität zu warnen.

Shelter (Pro-Fun)
Jeanne (Tina Holmes) kommt mit ihrem Leben kaum klar und stützt sich auf Bruder Zach.
 
Darüber weiß Zach längst Bescheid, doch sucht er mehr Shauns Gesellschaft, als dass er sie meidet. Im Gegensatz zu allen anderen fordert Shaun nichts von ihm, sondern ermutigt Zach, mehr seine eigenen Ziele zu verfolgen, Jeanne die Verantwortung für Cody zurückzugeben und sich abermals für CalArts zu bewerben, bietet Zach sogar an, bei ihm in L.A. zu wohnen. Zach nimmt auch Cody mit zu Shaun und die beiden kommen wunderbar miteinander aus.

Aus der freundlichen Zuneigung entwickelt sich Verliebtheit, was Zach vor seinem kleinstädtischen Umfeld zu verbergen sucht. Aber auch für Zach stellen seine Gefühle für Shaun ein Problem dar, weil er nicht offen zu ihnen stehen kann. Er trennt sich zwar von Tori, überlegt aber bald, wieder mit ihr zusammenzukommen. Dann kehrt Gabe zurück nach San Pedro und, um seinem Zwiespalt zu verstärken, möchte Jeanne wegziehen und ihren Sohn für einige Zeit in Zachs Obhut lassen, obwohl Zach eine Zusage von CalArts bekommen hat.

  

Shelter (Pro-Fun)
Zach und Shaun könnten Zachs Neffen Cody (Jackson Wurth) eine Familie sein.
Kritik:

Mit klaren, sehr ansprechenden Bildern, die eine wunderbar entspannte Stimmung und den wesentlichen emotionalen Kern einfangen, erzählt Autor-Regisseur Jonah Markowitz seine autobiographisch inspirierte Coming-out-Geschichte. Vor seinem Spielfilmregiedebüt sammelte er zum Beispiel als Grafiker bei "Saw“ oder als künstlerischer Leiter bei "Rocky Balboa“ Filmerfahrungen. Deswegen überrascht es kaum, dass die Optik des Films sehr gefällig ist.

Im Grunde ist es die gewohnte Geschichte von erster schwuler Liebe und den Querelen des Zu-sich-Stehens, doch überzeugt die Charakterentwicklung. Zachs Konflikt zwischen eigenen und fremden Bedürfnissen fügt der romantischen Grundgeschichte eine weitere Dimension hinzu, ohne zu einer überladenen Komplexität zu führen.

Der ungewohnte, weil heterosexuell dominierte Kontext der Surferszene bietet die Gelegenheit, ästhetische Sportszenen, Strandatmosphäre und knackige Kerle zu zeigen. Zum Vorteil des Films wird dies nicht als Selbstzweck inszeniert; Hauptaugenmerk bleibt auf den lebensnahen Charakteren. Größter Makel ist der erste Kuss, der auf Alkohol und Käbbelei folgt. Den beiden Hauptdarsteller gelingt es jedoch, dieses abgegriffene und allzu berechenbare Element überzeugend umzusetzen.

Shelter (Pro-Fun)
Gabe (Ross Thomas), Zachs bester Freund, hat ein ziemlich unbeschwertes Leben.
 
Grundsätzlich ist es den Darstellern zu verdanken, dass die Geschichte authentisch wirkt und nicht von viel Getue abgelenkt wird. Besonders überzeugend ist die Chemie zwischen den heterosexuellen Darstellern Wright und Rowe, die das schwule Liebespaar mit viel Einfühlungsvermögen und Verständnis spielen. Dass heterosexuelle Schauspieler gecastet wurden, mag zwar für die Authenzität des Surferumfeldes hilfreich sein, ist jedoch auch Wermutstropfen und unterschwelliges Signal, dass Schwule nicht männlich und unauffällig genug wären.

Die DVD enthält den englische Tonspur in 2.0- und 5.1-Dolby-Surround, sowie einen Audiokommentar mit dem Regisseur und den beiden Hauptdarstellern, ein 25-minütiges Making-of, einem Musikvideo und Trailern.

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Shelter (Pro-Fun)
Zeit am Strand ist für Zach meist die unbeschwerteste Zeit.

Hintergrund:
  • "Shelter“ gewann Publikums- oder Spezialpreise auf schwul-lesbischen Filmfestivals in Tampa, L.A., Philadelphia, Seattle, Vancouver und Melbourne, sowie den GLAAD Media Award und zwei Dallas OUT TAKES als bester Film und für den besten Darsteller (Trevor Wright).
  • Regisseur Jonah Markowitz war künstlerischer Leiter des Films Rocky Balboa.

Für alle Bilder gilt:
© by PRO-FUN MEDIA
   
Originaltitel: Shelter
   

Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(87%)

Texte:
Martin

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Shelter (Pro-Fun)

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