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Rock N Rolla


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** **** **** *** **** *** *** **** 79%
 

 
Was macht einen echten Rock'n'Roller aus? Ist es das Geld? Der Ruhm? Die Musik oder der Sex? Laut Regisseur Guy Ritchie und Konsorten ist es alles zusammen! Mit Gerard Butler als One Two, Tom Wilkinson als Unterweltboss, Karel Roden als reicher Russe, Thandie Newton als sexy Buchhalterin und Mark Strong als britischer Consigliere.

Rock N Rolla


Längst haben Immobiliengeschäfte dem gewinnbringenden Drogenhandel den Rang abgelaufen. Wer wirklich mithalten will, muss fortan all seine Kontakte nutzen und jeden Trumpf im Ärmel gekonnt ausspielen, um das zu bekommen, was er will. Da es sich in den meisten Fällen um Millionenbeträge für Grundstücke und Baugenehmigungen handelt, sind schmutzige Tricks natürlich wie eh und je an der Tagesordnung. Der Beste seines Fachs ist dabei der Unterweltboss Lenny Cole (Tom Wilkinson). Sein Einfluss reicht hoch bis zum Stadtrat, der komplett geschmiert allen möglichen Papierkram mit einem Anruf für erledigt erklärt.

Rock N Rolla
Boss Lenny (Tom Wilkinson) und sein loyaler Gehilfte Archie (links, Mark Strong).

So kommt es nun, dass der russische Milliardär Uri (Karel Roden) sich für den schnelle(re)n Bau eines neuen Fussballstadions vertrauensvoll an Mr. Cole wendet und dabei nicht nur locker sieben Millionen Euro springen lässt, sondern dem selbsternannten "König von London" auch noch ein wertvolles Ölgemälde leiht, was allen Beteiligten das nötige Glück bringen soll. Doch leider wird besagtes "Glücksbild" kurz darauf gestohlen und Coles loyaler Handlanger Archie (Mark Strong) stellt fortan Londons Unterwelt auf den Kopf, um das schmucke Leihgut wieder zu finden.

Es stellt sich heraus, dass Coles Stiefsohn der dreiste Dieb ist. Leider ist Johnny Quid (Toby Kebbell) nicht nur ein missratener Sohnemann, sondern auch ein drogenabhängiger Rocker, der von seinem Stiefvater nicht viel hält und ihm durch den Diebstahl des Bildes das Leben zur Hölle machen will.

Rock N Rolla
Lenny bewundert das Ölgemälde des Russen Uri (Karel Roden).

Doch die Hölle hat ihre Pforten schon längst geöffnet, denn Uris Buchhalterin Stella (Thandie Newton) ist ein sexy Biest mit finanziell hoch gesteckten Interessen. So kommt es, dass die beiden Zwielichter One Two (Gerard Butler) und Mumbles (Idris Elba) von Stella die Info über die ungesicherte sieben-Millionen-Euro-Geldtour erhalten und sich die Scheine mit Hilfe des schönen Bobs (Tom Hardy) kurzerhand unter den Nagel reißen. Als Uri dann erneut (diesmal schwarz) versucht, die zweiten sieben Millionen Euro zu Cole zu schaffen und die drei Ganoven nochmals einen Überfall versuchen, sind ihnen fortan zwei russische Ex-Soldaten auf den Fersen, mit denen definitiv nicht zu spaßen ist...

Währenddessen versucht der fleißige Archie weiter, mit Hilfe der beiden Musik-Produzenten Roman (Jeremy Piven) und Mickey (Chris 'Ludacris' Bridges) den abgewrackten Johnny zu finden, denn nach dem Diebstahl seines Geldes will der reiche Russe seinen Glücksbringer wieder haben. Doch als One Two und Konsorten dank des schwulen Ehemanns von Stella heraus finden, wer eigentlich der heimliche Informant der Staatsanwaltschaft ist, welcher in den letzten Jahren alle von ihnen für einige Jahre in den Knast gebracht hat, beginnt die Londoner Unterwelt in ihren Grundfesten ganz schön zu wackeln...

Rock N Rolla
One Two (rechts, Gerard Butler) steckt Archie ein paar Euros zu.


Während man bei Filmen wie "Bube, Dame, König, grAs" oder "Snatch - Schweine und Diamanten" noch einen gewissen Handlungsstrang erkennen konnte, merkt man bei "Rock N Rolla" von Beginn an, dass Regisseur Guy Ritchie gar nicht erst groß versucht, eine lineare Story zu zaubern. Viel wichtiger scheint ihm die (un)ausgewogene Mischung aus Kleinkriminellen, Drogensüchtigen, Machtmenschen und Neureichen, die sich allesamt mehr oder weniger gewalttätig das holen, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Nebenbei sind vermeintliche Kurzgeschichten wie ein Vater-Sohn-Konflikt, unmenschliche Verhörmethoden und millionenschwere Immobilienprojekte nur Mischmasch zu dieser teils verworrenen Krimikomödie. Ihren wesentlichen Anteil am Erfolg dieses Films haben ohnehin die durchweg glänzenden Darsteller:

Rock N RollaAbgesehen von Gerard Butler, der nach "300" endlich einmal frei aufspielen darf, sind besonders Tom Wilkinson als Old-School-Boss und Mark Strong als seine rechte Hand eine wahre Freude. Oft fühlt man sich an die "Ocean's"-Filme erinnert, wo Wilkinson ähnlich gut rüberkam. Derweil erinnert die Darbietung von Strong stark an "Ocean's" Terry Benedict (Andy Garcia). Und auch, wenn Lenny Cole im Film erwähnt, dass 'wir hier doch nicht bei der Mafia' sind, dürfte sich manch einer bei der Figur des Archie sogar noch an den Gangster-Epos "Der Pate" erinnert fühlen, wo Consigliere Tom Hagen (laut damaliger Story deutsch-irischer Abstammung) als Anwalt von Don Corleone durch gekonntes Verhandlungsgeschick dessen wesentlichen Geschäfte zu Gunsten der Familie erfüllte. Auch der bisher eher unbekannte Toby Kebbell als Crack-rauchender Rockstar schafft es, seinen Charakter zu formen und erinnert dabei stark an reale Skandal-Musiker wie z. B. den britischen Gitarristen Pete Doherty.

Derweil sind auch die Nebenrollen gut besetzt: Von Jeremy Piven, der schon bei "Smokin' Aces" auftrumpfte mal abgesehen, spielt der aus "Hellboy" und "Running Scared" bekannte Tscheche Karel Roden die Rolle des fiesen Russenchefs einmal mehr mit Überzeugung und Thandie Newton, die dem einen oder anderen Kinogänger durch ihre tiefgründige Darstellung im oscarprämierten Meisterwerk "LA Crash" aufgefallen sein dürfte, genießt es hier ganz offensichtlich, mit ihren weiblichen Reizen zu spielen. Durchweg erkennt man, dass alle Darsteller ihren Spaß haben, was vor allem dank der deutschen Synchronsprecher ans Publikum sehr gut weiter vermittelt wird.

Somit bleibt fest zu halten, dass sowohl die Schauspieler als auch Guy Ritchies Versuch, sich von den aalglatten Gangsterfilmen aus den USA abzuheben, die Hauptgründe für das Gelingen dieses Streifens sind. Die rund 110minütige Abwicklung der Story ist es in diesem Fall ganz sicher nicht – was absolut erwähnenswert ist, wenn man bedenkt, dass ein zweiter Teil bereits geplant wird...

Rock N Rolla
Die Musikproduzenten Mickey (Ludacris) und Roman (Jeremy Piven).

Rock N Rolla
Ist Johnny Quid (Toby Kebbell) ein echter Rock'n'Rolla?

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Fakten
Originaltitel:
RocknRolla
 
deutscher Kinostart am:
19.03.2009
 
Genre:
Krimikomödie
 
Regie:
Guy Ritchie
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Conway(79%)
 
Texte:
Conway
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Gerard ButlerTobias Kluckert
Tom WilkinsonLutz Riedel
Thandie NewtonNana Spier



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
18.03.2017 ²) 01:50 Pro 7
25.06.2016 ²) 01:10 Sat.1
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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