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Brüno


Länge Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** ***** ** *** *** *** *** *** 80%
 

 
Borat war so 2006? Brüno (von und mit Sacha Baron Cohen), der früher mit blondiertem Irokesen herumlief, macht wieder Laufstege und Armeecamps unsicher, deckt amerikanische Doppelmoral auf und provoziert mit Genitalhumor. Witzig? Definitiv! Und doch war „Borat“ so viel besser!

Brüno (von und mit Sacha Baron Cohen)


Brüno (Sacha Baron Cohen) lebt in der österreichischen Hauptstadt Wien, er ist 19 und auffällig schwul und er will ein großer Star werden als Schwarzenegger oder Hitler. Zudem ist er der Moderator der Fernsehshow 'Funkyzeit mit Brüno', der größten Modesendung im deutschsprachigen Raum außer Deutschland.

Brüno verscherzt er es sich durch einen kleinen Modeunfall auf der Mailänder Modewoche mit der sämtlichen Modebranche. Um einen Neuanfang zu wagen, weil ihn auch seine ganze Crew im Stich gelassen hat, geht Brüno nach Amerika. Nur der schlecht gekleidete, langweilige Lutz (Gustaf Hammarsten), Assistent von Brünos früherem Assistenten, begleitet ihn in die USA und unterstützt ihn tatkräftig.

Brüno (von und mit Sacha Baron Cohen)

Brüno spricht bei einem Schauspielagenten vor, der ihm aufgrund mangelnden Talents nur eine Statistenrolle besorgt. Brüno versucht es mit einer neuen Fernsehshow, aber auch seine Bemühungen, im Nahen Osten für Verständigung zu sorgen und Frieden zu stiften, bringen ihm nicht den erwünschten Ruhm.

Nach einem Sexunfall mit Lutz, verlässt Brüno ihn, denn er erkennt, dass er nur ein Star werden kann, wenn er sich von seiner Homosexualität heilen und zu einem heterosexuellen Lebensstil bekehren lässt. Doch so leicht lässt sich Brünos Tuntigkeit nicht ausmerzen.


Brüno (von und mit Sacha Baron Cohen)Drei Jahre nach "Borat" beschert uns der britische Komiker Sacha Baron Cohen eine neue Mockumentation, also einer fiktiven Satire im Dokumentarstil – übrigens keineswegs ein neues Filmgenre. Die Bedeutungsspanne des englischen Worts 'mock' reicht von vortäuschen bis verspotten, aber jeder, der "Borat" gesehen hat, weiß zu gut, was er von "Brüno" zu erwarten hat. Am Anfang des Projektes war es nach dem Erfolg von "Borat" gar nicht klar, ob es dem Oscar-nominierten Baron Cohen mit dem dritten und letzten Charakter seiner "Da Ali G Show" abermals gelingen würde, Normalsterbliche und Promis vor laufender Kamera hinters Licht zu führen.

Der 37-Jährige Baron Cohen, der den 19-jährigen Brüno spielt, war jedoch so überzeugend, dass ihm unter anderen Präsidentschaftskandidat Ron Paul, Sängerin La Toya Jackson (leider kurzfristig nach dem Tod des Kings of Pop, Michael Jackson, herausgeschnitten und hoffentlich als DVD-Bonus zu sehen), Sängerin und American-Idol-Jurorin Paula Abdul und der ehemalige Mossad-Agent Jossi Alpher auf den Leim gingen. Auch Madonna und Brangelina (Brat Pitt und Angelina Jolie) bekommen für ihren Adoptionswahn ihr Fett weg, wenn Brüno mit seinem afrikanischen 'Gayby' O.J. in einer Talkshow aufkreuzt. Sogar einen leibhaftigen, palästinensischen Terroristen besucht Brüno.

Wie bereits in "Borat" benutzt Baron Cohen in "Brüno" stark überspitze Stereotype, um extreme Reaktionen zu provozieren und Vorurteile bloßzulegen. Selbstverständlich ist auch einiges an Klamauk dabei und deswegen kann man Baron Cohen vorwerfen, seine Guerillapossen auf Kosten schwuler Männer zu reißen, die scheinbar auf Dildos reduziert werden. Ob die zutage geförderte Homophobie und Doppelmoral all dies rechtfertigen, ist fragwürdig und wird einigen Diskussionsstoff bieten.

Brüno (von und mit Sacha Baron Cohen)Im Gegensatz zu "Borat" wirken hier jedoch weit mehr Situationen inszeniert. Gerade in den recht privaten Momenten des Swinger-Clubs, im Armeecamp und im Treffen mit Ron Paul ist die Handkamera so offensichtlich, dass man sich als Zuschauer fragt, warum die angeblich unwissenden Personen nicht mit dem Kameramann interagieren. In den Käfigkampfszenen wollen Anwesende beobachtet haben, dass engagierte Schauspieler mit Stühlen und anderem warfen.

Tut das dem Film einen Abbruch? Sicherlich nicht. Es gibt sogar in der Kategorie Länge einen Stern Abzug, weil der Film ruhig noch etwas länger hätte sein dürfen. Was jedoch trotz vieler Lacher einen schlechten Nachgeschmack beziehungsweise wachsende Zweifel an "Brüno" hinterlässt, ist, dass Baron Cohen wesentlich aggressiver und forcierter an die Sache herangeht. Im Endeffekt sind viele Reaktionen auf Brünos – geniale oder bloß genitale? – Konfrontationen zwar eindrucksvoll, aber weitaus vorhersehbarer und irgendwie unspektakulärer als in "Borat". "Brüno" hat seine Reize, aber "Borat" war eindeutig der bessere Film.

Dem deutschen Publikum sei zuletzt ans Herz gelegt, sich "Brüno" unbedingt im englischen Original anzusehen (sofern die Sprachkenntnisse vorhanden sind und sich die Gelegenheit bietet), weil die deutsche Synchronisation wenig rühmlich ist.


Für das Schlusslied "Dove of Peace", einer Parodie auf Benefizlieder wie von Band Aid, konnte Baron Cohen Musikgrößen wie Bono von U2, Sting, Elton John, Chris Martin von Coldplay, Rapper Snoop Dogg und Slash (ehemals Guns N' Roses, heute Velvet Revolver) gewinnen.

Brüno (von und mit Sacha Baron Cohen)

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Fakten
Originaltitel:
Brüno
 
deutscher Kinostart am:
09.07.2009
 
Genre:
Komödie / Mockumentation
 
Regie:
Larry Charles
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(80%)
 
Texte:
Martin
 
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Synchronsprecher

SchauspielerSynchronsprecher
Sacha Baron CohenMarkus Pfeiffer
Paula AbdulViktoria Sturm
Richard BeyHelmut Gauß



TV-Termine

DatumUhrzeitSender
01.07.2017 23:40 ZDF NEO
04.07.2014 ²) 01:30 RTL 2
²) Sendezeiten bis 05:00 Uhr sind in der Nacht zum Folgetag.


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