Josef Hader und Joachim Król in einer schwarzen Krimikomödie vor dem Hintergrund der Salzburger Festspiele. Mit Christoph Schlingensief als Gaststar. Nach einem Roman von Wolf Haas.
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Ganz Salzburg ist erschüttert, als man eines schönen Tages entdeckt, wer sich den Mönchsberg hinunter gestürzt hat: Der Schwiegersohn des Festspielpräsidenten ist tot. Der Mönchsberg ist ein beliebter Ort für Selbstmörder und auch in diesem Fall deutet alles auf einen ebensolchen hin. Nur die Witwe Konstanze Dornhelm (Maria Köstlinger), glaubt nicht an diese Theorie. Sie engagiert den eigenartigen Privatdetektiv Brenner (Josef Hader), der die Hintergründe des Todes ihres Mannes ergründen soll. Dieser hat nämlich vor Jahren für großes Aufsehen gesorgt, als er seinen ehemaligen Erzieher in der Klosterschule des sexuellen Missbrauchs beschuldigte. Natürlich war die Ernennung zum Erzbischof eben jenes Erziehers nicht der beste Zeitpunkt für Anschuldigungen dieser Art.
Mit der (unfreiwilligen) Hilfe seines Kumpels Berti (Simon Schwarz) dringt der Privatschnüffler Brenner in die Geheimnisse der Salzburger Schickeria und der Klosterschule vor. Dabei stellen sich ihm immer mehr Fragen: Was verbirgt Sportpräfekt Fitz (Joachim Król) hinter seiner scheinheiligen Fassade? Wieso kommen und gehen immer wieder phillipinische Hausmädchen? Und welches Geheimnis umgibt den verstummten ehemaligen Leiter der Klosterschule? Durch eine geschickt eingefädelte Intrige gerät Brenner selbst unter Mordverdacht. Und schließlich stellt sich ihm nur noch die Frage? Was hat es mit „Petting 69“ auf sich?
Brenner (Josef Hader) hat seine eigenen Methoden
Kritik:
Wolf Haas’ sarkastische Kriminalromane sind schon seit einigen Jahren in Österreich und in Deutschland sehr erfolgreich. Gerade wegen des bissigen Wortwitzes galten seine Geschichten als unverfilmbar. Doch wenn man den Schöpfer selbst ans Drehbuch lässt, dann muss es ja gut werden. Zusammen mit Regisseur Wolfgang Murnberger und Hauptdarsteller Josef Hader entwickelten sie einen Film, der seinesgleichen sucht.
„Silentium“ – Schweigen, das findet nur selten statt. Meist wird getratscht, intrigiert, eben geredet. Doch zum Schweigen führt alles hin. Jeder hat über den Skandal in der Klosterschule geschwiegen und da ist es nur konsequent auch über den Selbstmord, oder eben doch Mord, ebenfalls zu Schweigen.
Brenner auf seinem persönlichen Kreuzgang.
„Silentium“ bietet alle Elemente eines guten Krimis: ein Privatdetektiv mit Sockenschuss, blutige Gewalt, Verschwörungstheorien, Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Auch Anspielungen auf Klassiker („Der unsichtbare Dritte“) und die obligatorische Verfolgungsfahrt im Auto (kongenial umgesetzt) dürfen nicht fehlen. Bei allem skurrilen Humor und melancholischer Weltend-Stimmung schwankt der Zuschauer beständig zwischen Groteske und Ernsthaftigkeit. Doch harmlos, das ist dieser Film in keiner Sekunde.
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