Wenn Licht und Schatten einander berühren, dann ist es das Zwielicht, das zwischen ihren Grenzen verläuft und die Welt in ihr wahres Licht haucht.
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Vor Tausend Jahren haben die Mächte des Lichtes und der Finsternis stellvertretend durch den guten Fürsten Geser (Vladimir Menshov) und seinem Erzfeind Zavulon (Viktor Verzhbitsky) einen Pakt geschlossen, der den ewigen Kampf zwischen beiden auf lange Zeit aussetzte. Die Anderen – Empathen, Hexen, Heiler, Vampire und viele weitere vermeintlich aus dem Reich der Mythen und Legenden stammende Wesen – besitzen den freien Willen und es obliegt ihnen, sich zu entscheiden, ob sie dem Licht oder der Dunkelheit dienen wollen. Einander ebenbürtig überwachen sie sich gegenseitig, damit jede Seite sich an den Waffenstillstand hält.
Die Guten heißen „Wächter der Nacht“ und wie auch die „Wächter des Tags“ warten sie nur darauf, dass ein Anderer geboren wird, einer der so stark und mächtig ist, dass er den Patt zu Gunsten einer Seite aufheben wird.
Ein Klatschen in die Hände... und die Saat des Verrats wird sterben.
Anton Gorodetsky (Konstantin Khabensky), ein gehörnter Ehemann sucht im Moskau der Neunziger Jahre eine Hexe auf. Sie empfängt ihn offen und weiß genau um seine für ihn so ernsten Probleme. Seine Frau hat ihn betrogen und schwanger ist sie auch. Nun soll ein Zauber die Untreue zurück in seine Arme treiben und ein Fluch den unreinen Samen aus ihrem Leib bannen. Dafür soll Anton sich nur bereit erklären, die Schuld auf sich zu laden.
12 Jahre später wird nicht nur Anton, sondern auch die Welt von seinem Handeln eingeholt.
Kräfte der Anderen in unserer Welt sind vielfältig...
Kritik:
„Nochnoi Dozor – Wächter der Nacht“ ist ein sehr ungewöhnlicher Film. Der stark durch die russische Kultur geprägte Streifen verunsichert den ungeübten Zuschauer durch eine auf den ersten Blick verwirrend wirkende Informationsflut. Zum einen ist die Handlung stark an die osteuropäische Mythologie angelehnt, zum anderen soll eine Welt vermittelt werden, in der Magie zum Alltag gehört.
Während die actiongeladenen Handlungssequenzen eine rastlose Bilderhatz veranstalten, fallen die Momente, in denen sich die Darsteller emotional entfalten können, trotz vieler Gelegenheiten relativ dürftig aus. Trotzdem muss gesagt werden, dass beispielsweise Konstantin Khabensky seinen Charakter Anton Gorodetsky dichter darstellt, als man es von vielen Hollywoodgrößen gewohnt ist.
Wahrhaft fulminant ist das Aufgebot an computergenerierten Effekten. Hier wird man mit einer bisher vollkommen unangetasteten Darstellung mystischer Erlebnisse konfrontiert, die ihresgleichen sucht. Das lebendige Spiel mit Licht und Schatten, in Kombination mit der malignen (bösartigen) Atmosphäre Moskaus gebiert eine düstere Grundstimmung und tiefempfundene Hoffnungslosigkeit, die das Ende deutlich provoziert.
Ein Vampir wird geködert.
Das ganze wird untermalt von einem satten Sound und sehr unterschiedlichen Musikrichtungen, die ebenfalls deutlich den kulturellen Geschmack wiedergeben. Die immer wiederkehrenden, stilistisch ruhig gehaltenen Szenen wirken manchmal ungewohnt, da der Wechsel mitunter sehr unerwartet erfolgt.
Fazit: Wie im Kino bemerkt gehen die Meinungen für „Nochnoy Dozor“ weit auseinander, wobei es nur ein relativ kleines Mittelfeld gibt. Wer offen ist für neues und düstere Geschichten mag, der wird sich mit diesem Streifen einen Abend sehr versüßen können. Wer hingegen keine Lust hat, sich in einen anderen geistigen Kulturkreis vorzuwagen, sollte sich das Geld sparen.
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