Woody Allens neues Werk ist kein Geniestreich, aber genau das, was man von Woody Allen erwartet: Ein wunderbarer Großstadtfilm zum Lachen und zum Nachdenken. Cineclub-Filmtipp!
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Im Leben von Jerry Falk (Jason Biggs) geht alles schief. Seine Freundin Amanda (Christina Ricci) will seit sechs Monaten keinen Sex mehr mit ihm. Dafür lässt sie ihre Mutter in die gemeinsame Wohnung einziehen und schläft mit anderen Männern um ihre Libido zu testen.
Aber das ist noch nicht alles. Jerry ist Comedy-Autor, doch die Geschäfte laufen für den Freischaffenden nicht wie gewünscht. Jerrys Agent Harvey (Danny De Vito) ist eine absolute Niete und Jerrys Herz ist zu groß, ihn zu feuern. Jerrys Psychoanalytiker hingegen hat einfach keine Meinung zu alldem.
Hinzu kommt noch der (stadt-)neurotische Dobel (Woody Allen): Dobel ist atheistischer Jude, der sich „seinem Volk“ verpflichtet fühlt und überall Antisemitismus entdeckt. Aber er weiß Jerry auch in anderen Lebenslagen zu helfen oder vielmehr ihm einen Floh ins Ohr zu setzen. So vermutet Jerry bald, dass Amanda fremd geht und spioniert ihr hinterher.
Mit der Zeit bekommt man das Gefühl, Jerry habe die Tendenz dazu, sich mit ziemlich durchgeknallten Menschen zu umgeben.
Jerry (Jason Biggs) steht im Regen.
Kritik:
Endlich wieder ein Woody-Allen-Film, werden viele jubeln. Und genau so ist es auch. Alle Zutaten sind wohldosiert zusammengetragen worden: Wir haben New York, Künstler, einen Psychoanalytiker, Liebe und Neurotiker. Hier dreht sich die ganze Geschichte um ein junges Paar und Woody Allen hat nur eine Nebenrolle. Jason Biggs ist bislang vor allem bekannt geworden durch so viel diskutierte Film-Perlen wie „American Pie“ und „Zickenterror“, die nicht gerade durch intelligenten Witz auffielen. Doch hier zeigt er, dass er auch anders kann. Seine zurückhaltende Art lässt ihn zwischen all den Neurotikern wie einen Stern der Hoffnung in dunkler Nacht erscheinen.
Christina Ricci ist als Zicke vom Dienst einfach fabelhaft. Von einer Sekunde auf die andere wechselt sie ihre Laune oder bekommt einen Anfall von Atemnot, weil ihr Freund mit ihr schlafen will.
„Anything Else“ ist wie das Großstadtleben: schnell, hektisch, sonderbar gut organisiert, pulsierend und von wundersamer Anziehungskraft. Und so sind viele Woody-Allen-Filme wie das Leben: voller kleiner Geheimnisse – und irgendwie weise.
Sie ist den Ärger wert: Amanda (Christina Ricci).
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