Thomas Fowler (Michael Caine) und Alden Pyle (Brendan Fraser).
Inhalt:
Thomas Fowler (Michael Caine) lebt als britischer Korrespondent im Saigon der 50er Jahre ganz angenehm. Er hat in London zwar eine Frau, aber in Saigon auch seine junge Geliebte Phuong (Do Thi Hai Yen). Als seine Heimatredaktion ihn nach nur drei Artikeln im laufenden Jahr in Saigon für verzichtbar hält, weckt das in Fowler einen gewissen Aktionismus. Er reist in den Norden, wo sich außer den französischen Kolonialherren und den vietnamesischen Kommunisten auch noch die Amerikaner einmischen. Diese unterstützen den General Thé, der durch Zivilistenmorde auf sich aufmerksam machte.
Schon in Saigon traf Fowler auf den amerikanischen Mitarbeiter einer Hilfsorganisation: Alden Pyle (Brendan Fraser) und nun trifft er ihn auch im Norden am Kriegsschauplatz wieder. Scheinbar ist Pyle Fowler nur nachgereist, um ihm mitzuteilen, dass er sich in Fowlers junge Freundin verliebt hat. Doch Fowler vermutet noch andere Motive hinter der gefährlichen Reise. Bald werden Fowler die wahren Gründe von Pyles Anwesenheit in Vietnam klar und so könnte er auch nicht unwesentlich zur Aufklärung des Mordes an Alden Pyle beitragen. Doch hat er kaum Interesse, den französischen Kolonialbehörden weiterzuhelfen, es reicht, wenn es für ihn nun ein komplettes Bild gibt.
Phuong (Do Thi Hai Yen)
Kritik:
Die ruhige Graham-Greene-Verfilmung beginnt mit einem angenehmen Blick auf das nächtliche Saigon, doch ein kleiner Kameraschwenk enthüllt die Leiche des Amerikaners Alden Pyle. Wie es zu diesem Tod kommen konnte wird Thomas Fowler in einer langen Rückblende erzählen. Philip Noyce ergeht sich dabei zum Glück nicht in farbenfrohen Panoramen der Exotik Vietnams, sondern hält, was ein Film Noir verspricht: Dunkle Bilder, oft durch Nebel noch unkenntlicher gemacht, und die Kamera zeigt trotz der CinemaScope-Optik immer nur einen Teil des ganzen. So bleibt dem Zuschauer der Gesamtüberblick bis zuletzt vorbehalten, was die Spannung ungemein steigert.
Michael Caine mit seiner ruhigen Gelassenheit zeigt sich wieder einmal von seiner allerbesten Seite. Brendan Fraser sieht man einmal nicht in einer von Naivität durchzogenen Rolle. So kann er endlich mal zeigen, was er wirklich kann.
„Der stille Amerikaner“ beschreibt die Anfänge der US-amerikanischen Einmischungspolitik in Angelegenheiten des fernen Osten. Eine tolle Literaturverfilmung, die gerade heute eine ungeahnte Aktualität mit sich bringt.
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