Cathy Whitaker (Julianne Moore) hat eine absolute Bilderbuchfamilie. Sie hat einen treu sorgenden Ehemann, Frank (Dennis Quaid), der Chef der Magnatech TV Sales Company ist. Gemeinsam werden sie als Werbefamilie Magnatech überall geliebt. Dann sind da noch die zwei Kinder David (Ryan Ward) und Janice (Lindsay Andretta) und das schwarze Dienstmädchen Sibyl (Viola Davis).
Eine gutbürgerliche Familie wie es sie in amerikanischen Vorstädten im Jahr 1957 (denn da befinden wir uns) viele gegeben hat. Umso schlimmer ist der gesellschaftliche Fall, den die Familie durchmacht. Als Cathy ihren Mann eines Abends bei den Überstunden im Büro aufsucht, entdeckt sie, dass er eine Affäre hat, doch dass er einen Mann liebt, daran hätte Cathy im Traum nicht gedacht.
Sprachlos fristet sie ihre Tage, geht in der Organisation ihres Haushalts auf. Nicht einmal ihrer besten Freundin kann sie sich anvertrauen. Doch eines Tages schüttet sie ihrem Gärtner Raymond Deagan (Dennis Haysbert) ihr Herz aus. Dieser hat Verständnis und hört ihr zu. Die Freundschaft, die sich entwickelt, steht unter einem schlechten Stern, da die gutbürgerliche Cathy nach geltenden Konventionen eben nicht mit dem schwarzen Raymond Essen gehen darf. Gerüchte und Verleumdung sind nicht mehr aufzuhalten.
Kritik:
„Dem Himmel so fern“, der in wunderbarem Technicolor-Stil daher kommt, könnte direkt aus den 50ern stammen. Doch wurden vor 45 Jahren solche Themen totgeschwiegen. Ein Ehemann, der seine schwule Seite entdeckt, eine Ehefrau, die eine rein freundschaftliche Beziehung zu einem farbigen Gärtner unterhält, so etwas wurde kaum angedeutet.
Umso mutiger von Todd Haynes (Regie, Drehbuch) die Geschichte in den 50ern zu verorten. Sicherlich würde auch heute eine derartige Familiensituation in amerikanischen Kleinstädten hohe Wellen schlagen. Tatsächlich sind es vor allem Mode und Autos, die sich seitdem verändert haben, die Einstellung der Menschen aber nur wenig. Die Ausstattung von Kostümdesignerin Sandy Powell ist beachtlich.
Hier war die Welt noch in Ordnung: Cathy (Julianne
Moore) und Frank Whitaker (Dennis Quaid)
„Dem Himmel so fern“ rekonstruiert weniger die 50er selbst als vielmehr die Filme dieser Epoche. Was die Filme damals nicht auszusprechen wagten, sagt heute Todd Haynes. Mit viel Gefühl, aber auch der notwendigen Distanz geht er an ein Thema ran, das selbst heute tabuisiert wird. Mit seinen Hauptdarstellern Julianne Moore und Dennis Haysbert hat er einen Glücksgriff getan. Niemand außer Julianne Moore kann so viel sagen, ohne ein Wort zu sprechen. Klasse!
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