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0 Uhr 12

  
Zur falschen Zeit am falschen Ort: 0 Uhr 12 in der Berliner U-Bahn.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

06.12.2001:
0 Uhr 12

Nur die Gesamtwertung:

48%
  
Genre:

Gangster-Film

  

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Regie: Bernd-Michael Lade
  
Inhalt & Kritik:

von

abu

Achtung, hier kommt ein deutscher Gangster-Film. Das bedeutet zunächst einmal: Hände hoch für die vermeintlichen Täter. Der Wertungs-Daumen dagegen bleibt maximal auf halber Höhe hängen, und das liegt nicht an der Film-Idee: "Um 0 Uhr 12" hätten fünf Berliner Nacht-Gestalten lieber nicht in die U-Bahn steigen sollen. Denn dadurch, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, machen sie sich eines Geldtransporter-Überfalls verdächtig. Nicht nur das Motiv fehlt, sondern auch die 30 Millionen.

Null Uhr 12

Nun, es gibt ja auch bessere Orte, wo man kurz nach Mitternacht sein könnte: Im Bett, einer netten Bar oder im Nach(t)sitz-Seminar für Drehbuchschreiber. Denn wenn Stefan Kolditz schon einem Vorbild nacheifert, sollte er sich für eins entscheiden. Hinter der Überfall-Pistole grinst kurz der britische Filmemacher Guy Ritchie ("Snatch"). Dann verschwindet der Schöpfer perfekt choreographierter Gangsterkomödien, und ein Hauch von Ensemblefilm weht durch's Kino. Leider bleibt auch der nicht lange. Auftritt jetzt: das deutsche Sozialdrama in seiner schweren Pracht.

Null Uhr 12

Kolditz und Regisseur Bernd-Michael Lade schöpfen tief aus dem Reservoir kaputter Großstadt-Bewohner. Die nymphomanische Programmiererin ist ja noch witzig, wenn sie professionelle Liebesbringer zur Aufgabe zwingt. Die alleinerziehende Mutter wird immerhin von Meret Becker gespielt, was mittlerweile als Qualitätsmerkmal für sich spricht. Aber, bitte: Muss der Typ, der sich ihr an den Hals wirft, ausgerechnet Kriegsfotograf gewesen sein? Ja? Schön. Dann kann es ja auch nichts mehr schaden, dass er mit ansehen musste, wie Kinder erschossen wurden, deshalb ein Trauma davonträgt und so weiter und so fort.

Null Uhr 12

Erst als etliche Konstellationen durchgespielt sind, überfällt Regisseur Lade die Erinnerung: Hab' ich nicht mal mit einem Thriller angefangen? Hat er, wie wir uns erinnern. Das führt nun aber zu einer merkwürdigen Übersprungshandlung. Mit ein paar absurden Schnitten verwirft er alles, was er bisher aufgebaut hat, und propft einen merkwürdigen Überraschungsschluss drauf. Nur versteht den dann keiner mehr. Weder um 0 Uhr 12, noch irgendwann hellwach am Tag.

   

Dieser Film wurde bewertet von:
abu(48%)

Texte:
abu
  
  
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