Berichte vom 51. internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg

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Die rote Laterne

  
Songliang (Gong Li) kommt als vierte Frau in den Palast des Feudalherren Chen. Natürlich finden Intrigen zwischen den Frauen statt, doch wie sich bald herausstellt, ist dies nicht nur aus Sportsgeist.
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Starttermin
Name

/ Wertung
Länge Unter-
haltung
Span-
nung
Action Musik Erotik
An-
spruch
Ein-
druck
Ge-
samt

30.07.1992:
Die rote Laterne

**** **** ****
** **** ***
***** ***** 86%
  
Genre:

Drama

  

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Regie: Zhang Yimou
  

 

Inhalt:

Die 19jährige Studentin Songliang (Gong Li) zieht als vierte Frau in das Anwesen des ältlichen Chen. Die Anrede der Dienerschaft mit „Vierte Herrin“ ist ihr nicht ganz geheuer. Sie erscheint als recht einfaches Mädchen und fühlt sich in dieser Welt offensichtlich nicht ganz wohl.

Besonders auffällig ist das Zeremoniell, das jeden Abend stattfindet. Im Innenhof treten alle Frauen an, um den Kampf um die rote Laterne auszutragen. Natürlich hat im Innenhof keine der vier mehr Einfluss auf die Entscheidung. Diese fällt der Hausherr und schickt unter Trommelmusik einen Diener, der die rote Laterne vor der Auserwählten aufstellt. Bei dieser wird der Herr die Nacht verbringen und ihr Gemach wird mit roten Laternen beleuchtet.

Da die Frauen keinen direkten Einfluss auf die Wahl haben, spinnen sie Intrigen gegeneinander, wie es schlimmer kaum geht. Songliang ist dies natürlich von Anfang an klar, doch plant sie sich aus dem Ganzen rauszuhalten. Doch wie von selbst, gewissermaßen vorbestimmt, gerät auch sie in das Netz der Intrigen und den Kampf der Konkubinen quasi um Sein oder Nichtsein.

  

Kritik:

Nicht nur der Kampf der Frauen ist absolut sehenswert, der Film besticht vor allem durch seine statische Kamera und das dadurch entstehende beklemmende Gefühl. Zhang Yimou schafft es, den Zuschauer in die Situation der Frauen hineinzuversetzen und das mit einfachsten Mitteln. Genau wie die Frauen gelangt der Blick der Zuschauer nicht über das Anwesen von Chen hinaus. Weiterhin fühlt der Zuschauer mit den Leiden von Songliang dargestellt von Zhang Yimous Lebensgefährtin Gong Li, in jeder Sekunde mit. Das eigenartige Ritual der Fußmassage vor der Nacht, in der der Herr bei seiner Auserwählten schläft, mutiert zur Sex-Matapher. Die eigentliche Nacht wird so gut wie immer ausgespart. Das klopfende Geräusch der Hämmerchen bei der Massage erinnert außerdem die drei verschmähten Frauen an ihren Verlust und nur wer die Fußmassage erhält, darf am nächsten Tag das Essen bestimmen und hat die größten Freiheiten im Haus.

Das beklemmende, fast klaustrophobische Gefühl, das den Zuschauer umfängt, bewirkt aber auch, dass man sich kaum von der Faszination dieses Kammerspiels in Rot lösen kann.

Absolut empfehlenswert, nicht nur für Fans des asiatischen Kinos. Der Film startete in Deutschland in einer synchronisierten Fassung.

   
Originaltitel: "Da hong deng long gao gao gua"
oder "Raise the Red Lantern"
   

Dieser Film wurde bewertet von:
hope(86%)

Texte:
hope
  
  
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