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leer Grimms Märchen 14: Die wahre Braut


25 Jahre Fiege Kino Open Air: 11.07. - 25.08.2024 im
Brauhof Moritz Fiege
Aufmachung Unterhaltung Spannung Action Musik Erotik Anspruch Eindruck Gesamt
**** ** ** * ** - *** *** 54%
 

 
Grimms Märchen: Die Bremer Stadtmusikanten / Die Wassernixe / Die wahre Braut. Untermalt mit klassischer Musik und ein paar Effekten, dabei nah an der Sprachwahl der Originalwerke steigert sich dieses Hörspiel Episode für Episode. Bleiben die Stimmen der Stadtmusikanten noch relativ blass, ist es schließlich ein Hochgenuss für jeden Hörspiel-Fan, Luise Lunow als böse Stiefmutter zu hören.


Viel muss man zum Inhalt der drei Märchen nicht sagen. Das Hörbuch hält sich an die Vorlagen. Die Bremer Stadtmusikanten sind allgemeines Kulturgut (und eignen sich natürlich auch am besten für eine Coverillustration). Die Wassernixe ist ein kurzes Werk, das klassische Märchenelemente wie die Flucht vor einer weiblichen Figur und das Werfen magischer Gegenstände enthält. Umfangreicher ist da schon „die wahre Braut“, in dem die Zahl drei gleich mehrfach im Mittelpunkt steht. Im ersten Abschnitt erhält die fleißige Gerda (Reinhilt Schneider) von ihrer bösen Stiefmutter (Luise Lunow) schier unlösbare Aufgaben, bei deren Bewältigung ihr wiederum eine alte Frau (Ursula Sieg) hilft. Im Mittelteil stirbt die Stiefmutter, Gerda zieht in ein Schloss, verliebt sich in einen Königssohn, den sie auf die linke Wange küsst und auf den sie dann drei Tage wartet und dann auszieht, um ihn zu suchen. Im letzten Abschnitt lebt Gerda als einfache Hirtin und trifft den Königssohn (Glenn Goltz) wieder, der sie aber nicht erkennt. Deshalb besucht sie auf der dreitägigen Verlobungsfeier jeden Abend den Ballsaal mit einem anderen außergewöhnlichen Kleid. Ein Kuss bringt schließlich die Erinnerung zurück, so dass der Königssohn schließlich doch die wahre Braut heiratet.

„Kälbchen, Kälbchen, knie nieder,
vergiß nicht deine Hirtin wieder,
wie der Königssohn die Braut vergaß,
die unter der grünen Linde saß.“


Hörspiele leben von ihren Sprechern, das ist klar. Eine besondere Aufgabe kommt dabei dem Erzähler zuteil. Und hier gibt es durchaus einige, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Auch Peter Weis versteht sein Handwerk und gibt gleichwohl nützliche und notwendige Informationen wie auch das Erzähltempo der Geschichten vor. Ein weiteres wichtiges Stilmittel ist die Musik. Hier halten sich „die Bremer Stadtmusikanten“ eher vornehm zurück, schließlich sollen es ja die Tiere sein, die „Musik“ machen. Dafür sein die beiden anderen Märchen fast durchgängig mit klassischer Musik untermalt.

Auch wenn „die Bremer Stadtmusikanten“ die meisten Sprecher haben, wirkt dieses Märchen an vielen Stellen erzwungen. Auf der einen Seite ist das die Wortwahl, dann die Erkennungsmerkmale der Tiere (wie Packans permanentes „Wuff, …wuff!“) und außerdem wirken auch die menschlichen Protagonisten ziemlich künstlich.

Eine deutliche Steigerung ist bei der „Wassernixe“ zu erkennen. Obwohl hier mit Edward McMenemy, Marelen Bosenius und Kristine Waither nur drei Sprecher (neben dem Erzähler) beteiligt sind, wirken die Stimmen passend zu den Rollen und untereinander abgestimmt. Hier ist es eher der Spärlichkeit der Vorlage geschuldet, dass diese Episode am Ende doch etwas unvollkommen wirkt.

Getreu dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“ fährt Titania Medien für das dritte Märchen dieser 14. Folge wahre Frauenpower auf. Alle Hauptrollen sind sehr gut besetzt, wobei Luise Lunow als böse Stiefmutter ein Genuss ist (auch wenn sie einen drastischen Abgang hat). Mit Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt haben dann auch noch zwei bekannte Stimmen als Ballbesucher einen (wirklich sehr) kurzen Gastauftritt.

Insgesamt ist diese 14. Folge von Grimms Märchen ein technisch sauber inszeniertes und mit Liebe zum Detail abgemischtes Hörspiel, das man sich gut anhören kann – im Falle der „wahren Braut“ auch gerne mehr als einmal.

Grimms Märchen 14: Die wahre Braut u.a.

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Fakten
Originaltitel:
Grimms Märchen 14
 
Produktionsjahr:
2023
 
Genre:
Märchen
 
Regie:
Marc Gruppe
 
Dieses Hörspiel wurde bewertet von:
RS(54%)
 
Texte:
RS
 



 


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