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leer Miral


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Die im Internat erzogene Schülerin Miral (Freida Pinto) soll bei der Eskalation des Intifada-Aufstands palästinensische Mädchen unterrichten und gerät wegen ihrer Liebe zu einem Untergrundkämpfer in Gefahr. Nach gefeierten Filmen fehlt dem neuen Streifen von Maler-Regisseur Schnabel die Tiefe und Vision.

Miral (von Julian Schnabel)


1948 in Jerusalem: Palästinensische Waisenkinder laufen verängstigt durch die Stadt, direkt in die Arme von Hind Husseini (Hiam Abbass), einer noch jungen, aber aus recht wohlhabenden Verhältnissen stammenden Frau. Hind erbarmt sich der Kinder, doch aus einer Handvoll werden bald mehrere Dutzend. Hind versorgt sie und baut ihnen eine Schule: das Dar-El-Tifl-Institut.

Dreißig Jahre später wird die 7-jährige Miral (Freida Pinto) nach dem Tod ihrer Mutter in die liebende und deswegen strenge Hand Hinds übergeben, weil sich ihr Vater Jamal (Alexander Siddig) nicht alleine um das kleine Mädchen kümmern kann. Natürlich will Miral nicht bleiben, doch mit der Zeit fügt sie sich den Umständen und wird eine von Hinds besten Schülerinnen.

Miral (von Julian Schnabel)
Hind (Hiam Abass) kümmert sich um die palästinensischen Waisenkinder.

Als Miral 16 Jahre alt ist, erreicht der palästinensische Widerstand, die Intifada, seinen Höhepunkt. In Dar-El-Tifl zu Gewaltfreiheit erzogen, wird Miral in dieser gefährlichen Zeit von Hind ausgesendet, in einem Flüchtlingslager Mädchen zu unterrichten. Das erste Mal wird Miral mit der Realität des gewaltsamen Widerstandes gegen die Besetzung Palästinas konfrontiert.

Dann verliebt sich Miral auch noch ausgerechnet in Hani (Omar Metwally), der sich voll und ganz im politischen Untergrund einsetzt. Doch die Nähe zu ihm bringt auch die noch nicht volljährige Schülerin Miral in Gefahr, mit der Intifada in Verbindung gebracht zu werden. Und Miral wagt sich aus Liebe zu Hani immer weiter hinaus…

Miral (von Julian Schnabel)
Aus Liebe zu Hani (Omar Metwally, rechts) gerät Miral (Freida Pinto)
zwischen die politischen Fronten.


Der New Yorker neo-expressionistische Maler Julian Schnabel hat bereits mit mehreren Filmregiearbeiten auf sich aufmerksam gemacht: nach "Basquiat" und "Before Night Falls" wurde sein "Schmetterling und Taucherglocke" 2008 gleich für vier Oscars nominiert (auch für Regie). Umso überraschter zeigt sich die Filmwelt, dass Schnabel nun den halb-autobiographischen Roman seiner Freundin Rula Jebreal verfilmt hat.

Vielen stößt daran bitter auf, dass die Inderin Freida Pinto ("Slumdog Millionär") für die Hauptrolle besetzt wurde statt einer Palästinenserin. Das ehemalige Model Pinto ist natürlich hübsch, sieht Jebreal sogar ziemlich ähnlich und ist gar nicht schlecht als Schauspielerin. Aber es fehlen ein wenig das Feingefühl und der Respekt für die Situation, die Schnabel in seinem Film portraitiert. Der Regisseur rechtfertigt sich, dass sein Werk keine politisch-historische Abhandlung, sondern ein Gedicht sein.

Miral (von Julian Schnabel)
Mirals Mutter Nadia (Yasmine Al Masri, links) und Vater Jamal (Alexander Siddig).

Andere stoßen sich daran, dass "Miral" eine pro-palästinensische Stellung beziehen soll. Die palästinensische Sicht des Films wird durch quasi-dokumentarische Einsprengsel untermauert. Eigentlich darf der Vorwurf, dass die andere Seite der Geschichte fehlt, beiseitegelassen werden. Es gibt genug filmische und journalistische Dokumentationen über beide Seiten.

Dass "Miral" zur Politisierung des Konflikts benutzt wird, darf bezweifelt werden. Einerseits kann man darin eher einen Aufruf zum Frieden sehen. Andererseits ist es eher ein Liebesfilm in mehrfacher Hinsicht: "Miral" erzählt von der Liebe zu einem Mann, zu einem Volk und zur Freiheit. Darüber hinaus erhebt Schnabel seine viele Jahre jüngere Lebensgefährtin Jebreal zu einer heldenhaften Gestalt. Film als Heldendenkmal.

Miral (von Julian Schnabel)
Miral und Hani lieben sich wirklich.

Auch wenn Schnabel ein recht eindringliches Drama gedreht hat, so ist über lange Strecken gar nicht klar, worauf die Geschichte eigentlich hinaus will. Ein so poetischer Film, wie Schnabel ihn selbst sieht, ist es ebenfalls nicht geworden, obwohl er optisch schon sehr ansprechend ist. Das ist womöglich sein größter Knackpunkt: die Ästhetisierung vermittelt nicht viel Authentizität. Statt eines hübschen Modelmädchens, dem man alles verzeihen möchte, hätte ein Charaktergesicht mehr zum Ausdruck gebracht.

Miral (von Julian Schnabel)
Berta Spafford (Vanessa Redgrave, 2.v.l.) und der GI Eddie (Willem Dafoe)
feiern mit der jungen Hind.


Miral (von Julian Schnabel)
Regisseur Julian Schnabel und Autorin Rula Jebreal am Set.

Miral (von Julian Schnabel)

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Fakten
Originaltitel:
Miral
 
deutscher Kinostart am:
18.11.2010
 
Genre:
Drama
 
Regie:
Julian Schnabel
 
Länge:
ca. 112 Minuten
 
Kinoverleih:
Prokino, Fox
 
Dieser Film wurde bewertet von:
Martin(68%)
 
Texte:
Martin
 
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25.02.2018 ²) 01:24 SWR
11.02.2018 ²) 01:15 One
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